Stuttgart - Zwei Tage lang diskutieren Experten beim 6. Fachkongress der Stuttgarter Zeitung am Donnerstag und am Freitag Fragen rund um die Zukunft der Stadt. Im Vorfeld der Veranstaltung hat die Energie Baden-Württemberg (EnBW) bei den Stuttgartern in Sachen „Stadt der Zukunft“ nachgefragt. Die Befragung, an der 751 Menschen teilnahmen, gilt nach statistischen Maßstäben als repräsentativ.
Ältere sorgen sich um Pflegeangebote
Grundsätzlich, so eine der Feststellungen der Untersuchung, stehen die Befragten der Stadt der Zukunft überwiegend positiv gegenüber. Etwas differenzierter wird das Bild, wenn man das Alter der Antwortenden in Betracht zieht. So überwiegen bei der jüngeren Gruppe der 18- bis 39-Jährigen die Werte der positiven Erwartungen im Vergleich zu den über 60-Jährigen. Umgekehrt liegen die Werte der älteren Befragten in Sachen Befürchtungen über denen der jüngeren Gruppe der Befragten. „In der Altersgruppe 60 plus sind die Erwartungen an die Stadt der Zukunft geringer“, heißt es in der Studie. Vor allem bei Fragen der Betreuungs- und Pflegeangebote vor Ort wie auch hinsichtlich der Mobilität sehen die Älteren die Stadt der Zukunft weniger rosig als die Jüngeren. Für knapp 80 Prozent von ihnen trifft die These „Die Stadt der Zukunft bietet die Vernetzung aller Verkehrsarten“ voll und ganz beziehungsweise eher zu. Bei den über 60-Jährigen liegt dieser Wert bei etwas über 60 Prozent. Vergleichbar groß ist die Diskrepanz bei den Zustimmungswerten zur These „Die Stadt der Zukunft bietet ausreichend Betreuungs- und Pflegeangebote vor Ort“. Am dichtesten in ihrer Einschätzung liegen die beiden Altersgruppen bei der Frage nach den sich bietenden Einkaufsmöglichkeiten beieinander. Allerdings ist auch hier der Erwartungshaltung bei den Jungen ausgeprägter als bei den Älteren.
Werden die Wege zur Arbeit länger
Nicht ganz so durchgängig ist das Bild bei den Befürchtungen, die die beiden Altersgruppen im Blick auf die Stadt der Zukunft hegen. Bei drei der neun abgefragten Themenfelder überwiegen die Befürchtungen der Jungen die der Älteren. So äußert fast die Hälfte der 18- bis 39-Jährigen die Sorge, in der Stadt der Zukunft könne der Individualverkehr beschnitten werden. Bei den über 60-Jährigen glauben das nur rund vier von zehn Befragten. Mit größerer Sorge blicken die Jüngeren auch auf die Frage, ob es in der Stadt künftig weniger Platz für den Einzelnen geben wird. Die bei den Älteren deutlich ausgeprägteren Befürchtungen betreffen die Komplexe Arbeit und Pflege. Während weniger als 20 Prozent der Jüngeren der These zustimmen, wonach es künftig in der Stadt weniger Platz für Unternehmen und damit längere Wege zum Arbeitsplatz gebe, sehen das mehr als 30 Prozent der Älteren so. Fast identische Werte gibt es auf die Frage ausreichender Betreuungs- und Pflegeangebote vor Ort.
In der Sorge um den Handel vereint
Das einzige Thema, bei dem die Befürchtungen von mehr als der Hälfte geteilt werden, betrifft den Handel in der Stadt der Zukunft. Mehr als die Hälfte der über 60-Jährigen ist überzeugt, dass hauptsächlich große Ketten statt kleiner Einzelhändler vorzufinden sind. Bei diesem Thema sind auch die Befürchtungen der Jüngeren am ausgeprägtesten, bleiben aber hinter den Werten der Älteren zurück.