Studien zu Pharma und Medizintechnik Gesundheitswirtschaft wächst überdurchschnittlich

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Die Pharma- und Medizintechnikfirmen werden für die Industrie in Baden-Württemberg immer wichtiger. Die Erwerbstätigenzahlen der vergangenen Jahre zeigen laut einer Studie allerdings ein anderes Bild.

Selbst in Baden-Württemberg liegt das  Wachstum von Pharmaunternehmen und Medizintechnikherstellern über dem der Gesamtwirtschaft. Foto: dpa
Selbst in Baden-Württemberg liegt das Wachstum von Pharmaunternehmen und Medizintechnikherstellern über dem der Gesamtwirtschaft. Foto: dpa

Stuttgart - Die Gesundheitswirtschaft ist bundesweit eine der Branchen, die seit Jahren überdurchschnittlich wächst. Selbst in Baden-Württemberg, das mit Branchen wie Maschinenbau und Auto zu den führenden Industrieregionen Deutschlands zählt, liegt das Wachstum von Pharmaunternehmen und Medizintechnikherstellern über dem der Gesamtwirtschaft. Das zeigen Erhebungen des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifor in Darmstadt, das sich seit Jahren mit der Entwicklung der industriellen Gesundheitswirtschaft beschäftigt.

Wifor stellt an diesem Donnerstag im Auftrag des Landes und der Industrie erstmals eine Studie zu allen ökonomischen Effekten der Gesundheitswirtschaft vor. Der Wifor-Geschäftsführer Dennis Ostwald erläutert die Studie gemeinsam mit Vertretern der Chemie- und Pharmaverbände Baden-Württemberg. Vorab aus der Studie bekannt ist, dass jeder Euro, der von Pharma- und Medizintechnikfirmen umgesetzt wird, einen Euro Umsatz im „Umfeld“ bringt.

Ein wichtiger Industriefaktor

Das Wifor sieht die Gesundheitswirtschaft deshalb als „wichtigen Faktor der Industrie in Baden-Württemberg“. In früheren Studien bereits kam Wifor zu dem Ergebnis, dass die Gesundheitswirtschaft bedeutend ist für das Wachstum. Laut den Erhebungen des Darmstädter Instituts lag das durchschnittliche Wachstum der industriellen Gesundheitswirtschaft zwischen 2000 und 2013 bundesweit bei 2,8 Prozent, während das Wachstum der Gesamtwirtschaft bei 2,3 Prozent spürbar darunter gelegen habe. In Baden-Württemberg unterscheiden sich die beiden Werte noch deutlicher: Das Wachstum der Pharma- und Medizintechnikfirmen habe in dem Zeitraum im Schnitt bei 3,6 Prozent gelegen, das gesamtwirtschaftliche Plus im Land dagegen nur bei 2,5 Prozent.

Bei den Erwerbstätigenzahlen ergibt sich allerdings ein anderes Bild: Zwischen 2000 und 2013 ist die Zahl der Beschäftigten bei Pharma- und Medizintechnikfirmen laut Wifor bundesweit um 0,2 Prozent gesunken. In der Gesamtwirtschaft hingegen ist sie in dem Zeitraum um 0,5 Prozent gestiegen. In der industriellen Gesundheitswirtschaft in Baden-Württemberg habe die Zahl der Beschäftigten zwar um 0,3 Prozent leicht zugelegt, zwischen 2000 und 2013 ist sie aber in der gesamten Südwest-Wirtschaft um 0,6 Prozent und damit doppelt so stark gewachsen.