Das Studierenden-Wohnheim an der Schwerzstraße in Stuttgart: Im Oktober und November ist hier mehrmals die Heizung ausgefallen. Foto: Archiv Sägesser, dpa/Hauke-Christian Dittrich
Studierende beklagen die Zustände in ihrem Wohnheim in Stuttgart-Hohenheim. Zum wiederholten Mal seien Heizung und Warmwasser ausgefallen. Jetzt sogar für eine besonders lange Zeit.
Mehrere Studierende, die dort wohnen, haben sich nun per E-Mail an die Öffentlichkeit gewandt. „Wir sind mittlerweile echt verzweifelt“, schreibt eine Studierende. „Wir fühlen uns in der Situation vollkommen alleingelassen“, konstatiert ein Student. „Die Raumtemperaturen sind unangenehm niedrig und stellen potenziell ein Gesundheitsrisiko dar.“
Das sagt das Studierendenwerk über den Fall in Stuttgart
Ihr Eindruck in den vergangenen Tagen: dass sie mit dem Problem hängen gelassen wurden. Am 26. November habe er eine Meldung beim Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim gemacht, sagt der Student Matthias Pietsch; es habe geheißen: Abhilfe komme am nächsten Tag. Genauso am Donnerstag, dann kam das Wochenende, und es war nichts geschehen. „Am Wochenende war niemand erreichbar“, sagt Matthias Pietsch.
Im Raum steht eine Mietminderung wegen der ausgefallenen Heizung im Stuttgarter Wohnheim. Foto: Sina Schuldt/dpa
Am 2. Dezember habe ihnen das Studierendenwerk angeboten, in einem anderen Wohnheim zu duschen, anderthalb Kilometer entfernt. Ihr eigenes Wasser sei diesmal aber immerhin bei 25 bis 30 Grad gewesen. Bei einem Vorfall im Oktober seien es 14 Grad gewesen. „Das war richtig, richtig kalt“, sagt Pietsch.
Wohnt bei Freundin in Stuttgart-Stammheim
Gauri Salvi, die ebenfalls betroffen ist, hatte das Glück, in der Zeit bei einer Freundin wohnen zu können. Allerdings in Stammheim, was ihre Anfahrt zur Uni Hohenheim spürbar verlängerte. Was sich die Studierenden am meisten wünschen: zu wissen, wie es weitergeht, ob die Heizung bald schon wieder einfach kalt bleibt?
Philipp Mang, Sprecher des Studierendenwerks Tübingen-Hohenheim, bestätigt die Vorkommnisse. Grund gewesen sei ein Rohrbruch. Seit dem heutigen 3. Dezember seien Warmwasser und Heizung wieder in Betrieb. „Wir haben unmittelbar Fachfirmen hinzugezogen“, sagt der Sprecher. „Uns ist bewusst, dass die Situation für die Studierenden belastend war, und wir bedauern die entstanden Unannehmlichkeiten.“
In dem betroffenen Wohnheim leben laut Studierendenwerk derzeit 46 Studenten. Mit Blick auf eine mögliche Mietminderung sagt Philipp Mang: Man prüfe derzeit, wie man den Studierenden an diesem Punkt entgegenkommen könne.
Die Häufung der Vorfälle im Oktober und November erklärt der Sprecher mit der „alten Leitungsinfrastruktur in Teilen des Gebäudekomplexes“. Deshalb investiere das Studierendenwerk „konsequent am Standort Schwerzstraße in die Sanierung der Versorgungsleitungen und darüber hinaus“. Die Gebäude mit der Adresse Schwerzstraße 2 und 3 seien bereits fertig, aktuell sei Hausnummer 1 dran, so Mang. „Unser Ziel ist es, trotz laufender Modernisierungsarbeiten möglichst viel bezahlbaren Wohnraum verfügbar zu halten.“
Bereits seit Jahren prangern Studierende die Wohnqualität im Wohnheim an der Schwerzstraße an. Vor zwei Jahren etwa beklagten sie Ratten und – ebenfalls – Rohrbrüche.