Stürme in Spanien und Frankreich Im Sog der Zwölf-Meter-Wellen

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Der Atlantik ist in Aufruhr dieser Tage: Mehrere riesige Wellen haben in Spanien, Frankreich und Portugal vier Menschen und fast zwei Dutzend Autos ins Meer gerissen.

Auch in Porto, Portugal, tobt der Atlantik. Eine Welle hat 20 Autos mit sich gerissen. Foto:  
Auch in Porto, Portugal, tobt der Atlantik. Eine Welle hat 20 Autos mit sich gerissen. Foto:  

Madrid - Alles geschah ganz plötzlich“, erzählt ein Zeuge des Dramas der Lokalzeitung „La Voz de Galicia“. „Niemand konnte sich vorstellen, dass so große Wellen kommen würden, denn es ist eine ziemlich hohe Steilküste.“ Doch ein heftiger Sturm sorgte am frühen Montagabend dafür, dass sich der Atlantik an der spanischen Nordwestküste bis zu zwölf Meter hoch auftürmte und in einem Augenblick drei Personen von einer scheinbar sicheren Klippe ins Meer riss. Die Leiche von einem der drei, einem 67-jährigen Ladenbesitzer, wurde am Dienstagmorgen an Land gespült. Für die anderen beiden Verschwundenen, den 50-jährigen Schwager des Toten und dessen 25-jährige Tochter, gab es im Laufe des Tages keine Hoffnung mehr.

Die Familie war eigentlich hierher gekommen um zu trauern

Etwa ein Dutzend Menschen hatten sich an Dreikönig zum Leuchtturm von Meirás in der Nähe von La Coruña aufgemacht, um von dort aus das Naturspektakel des aufgepeitschten Atlantiks zu beobachten. Sie fühlten sich sicher auf der Anhöhe weit über dem Meeresspiegel, obwohl eine Patrouille der Guardia Civil die Neugierigen vor den Gefahren des Wassers gewarnt hatte. Gegen 18.30 Uhr riss die fatale Welle die drei Familienmitglieder mit sich. Eine weitere Angehörige konnte sich an einen Felsen klammern und so dem Tod entkommen. Alle vier waren nicht aus Schaulust an die Küste gefahren, sondern um eines verstorbenen Verwandten zu gedenken, dessen Asche sie vor einigen Wochen an dieser Stelle ins Meer gestreut hatten.

Der Atlantik befindet sich dieser Tage in Aufruhr. Im französischen Biarritz, nahe der Grenze zu Spanien, wurde nach Berichten von Augenzeugen ebenfalls am Montagabend ein Obdachloser ins Meer gerissen. Am Tag zuvor nahm dort eine Riesenwelle eine junge Frau mit sich. Am 15. Dezember waren sieben Studenten an einem Strand bei Setúbal nahe Lissabon von einer gewaltigen Welle überrascht worden. Nur einer von ihnen konnte sich retten.




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