Stürmer des VfB Stuttgart Der gebrauchte Tag des Nick Woltemade – und wie sein Trainer darauf reagiert

Um 17 Uhr startete dann das Testspiel des VfB gegen den FC Bologna – in der Startelf: Nick Woltemade. Foto: Pressefoto Baumann/Volker Mueller

Es war der erste Auftritt vor großer Kulisse seit Beginn des Wechseltheaters. Wie lief es für Nick Woltemade gegen den FC Bologna? Und wie plant sein Trainer weiter mit ihm?

Sport: Dirk Preiß (dip)

Am sportlichen Status, das wurde am Samstag deutlich, hat das Transfertheater der vergangenen Wochen nichts verändert. Der VfB Stuttgart bestritt gegen den FC Bologna seine Generalprobe für den Pflichtspielauftakt in einer Woche – und Nick Woltemade gehörte zur Startelf, die sich gegen den italienischen Pokalsieger einspielen sollte. Und: Nach dem 0:1 formulierte Sebastian Hoeneß, der VfB-Trainer, auch noch Fingerzeige in die Zukunft. Obwohl Woltemade alles andere als einen glücklichen Abend verlebte. Wie gesagt: Die Nominierung für die Anfangsformation war ein schönes Zeichen an den Stürmer, der eigentlich gerne zum FC Bayern wechseln würde. Und in der 17. Minute hätte er das Vertrauen auch gleich rechtfertigen können.

 

Josha Vagnoman hatte sich über rechts stark durchgesetzt, nach innen gepasst, wo Woltemade sechs Meter vor dem Tor völlig frei stand. Aber: Der Ex-Bremer brachte den Ball nicht im Tor des FC Bologna unter – sondern drosch die Kugel übers Tor. „Normalerweise“, sagte Hoeneß später, „macht er den.“ Dennoch nahm er seinen Schützling in Schutz: „Das sah leichter aus als es war.“ Weil der Ball nicht flach bei Woltemade ankam und dieser auch noch seinen schwachen Fuß nutzen musste.

„Wir müssen da in Führung gehen.“ Daran bestand aber auch für Hoeneß kein Zweifel, der gerne diese Krönung einer guten Anfangsphase gesehen hätte. Die gab es nicht, stattdessen trafen die Italiener noch in der ersten Hälfte. Nach einem Eckball und der Verlängerung von – genau: Nick Woltemade. Der hatte den Ball am kurzen Pfosten weitergeleitet. Martin Vitik köpfte am langen Pfosten ein. Das Blöde an der Sache für den VfB-Senkrechtstarter der vergangenen Saison: Das war noch nicht das Ende der Unglücklichkeiten. Nach der Pause nämlich gelang Woltemade der ersehnte Treffer.

Wegen einer angeblichen Abseitsposition wurde das Tor aber aberkannt. Der Jubel also hielt nicht lange an – und nach der Partie stellte sich natürlich wieder die Frage: Wie lange hält die Liaison des Stürmers mit dem VfB noch?

Sebastian Hoeneß hat an der Zusammenarbeit mit Nick Woltemade nichts auszusetzen. Foto: Pressefoto Baumann/Volker Mueller

Keinen neuen Stand gebe es seit zwei Wochen, meinte Fabian Wohlgemuth, der Sportvorstand des VfB, der daher weiter davon ausgeht, dass Woltemade Teil des Stuttgarter Kaders bleibt. Auch Hoeneß plant fest mit dem Angreifer: „Ich gehe ganz fest davon aus, dass er bleibt.“ Die „Haltung, die er ausstrahlt“, sei gut, versicherte der Coach. Man arbeite „gut zusammen“, und Woltemade sei „in der Verfassung, uns zu helfen“. Auch am kommenden Samstag.

Da wird es brisant für Nick Woltemade. Der VfB, sein Club, bei dem er einen Vertrag bis 2028 besitzt, trifft im Supercup auf den FC Bayern. Also auf jenen Verein, zu dem der Neu-Nationalspieler gerne wechseln würde. „Keine große Überraschung“ wäre es laut Sebastian Hoeneß, wenn Nick Woltemade dann wieder in der Startelf steht. In der des VfB, wohlgemerkt.

Das Transferfenster aber ist noch eine Weile geöffnet, weshalb der schlussendliche Haken an der Sache noch lange nicht dran ist. Bislang hat der VfB die Angebote des FC Bayern kühl lächelnd abgelehnt, sich nicht mal zu Verhandlungen mit den Münchnern getroffen. Ob die Stuttgarter sich nun eine Frist setzen, bis wann endgültig Klarheit herrscht? Ist offen. Und wenn, erklärte der Sportchef Wohlgemuth, werde man das sicher nicht öffentlich verkünden.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu VfB Stuttgart Sebastian Hoeneß