Auf dem Platz gibt er für den VfB Stuttgart alles – im Herzen trägt Ermedin Demirovic nun aber auch den FC Schalke 04. Aus einem bestimmten Grund.

Sport: Dirk Preiß (dip)

Zu feiern gab es ja nichts für Ermedin Demirovic und den VfB Stuttgart auf der Reise nach Rom. In der italienischen Hauptstadt setzte es für den Fußball-Bundesligisten am Donnerstagabend eine 0:2-Niederlage in der Europa League bei der AS Roma. Gute Nachrichten hatte der Stürmer des VfB dennoch erhalten in den Tagen rund um die Partie in Rom.

 

Demirovic ist zwar in Hamburg geboren, hat aber bosnische Wurzeln und spielt auch in der Nationalmannschaft von Bosnien und Herzegowina. Und ein prominenter Mitspieler aus dem Auswahlteam kehrt nun nach Deutschland zurück. Weshalb Ermedin Demirovic nun Anhänger des FC Schalke 04 ist.

Der bald 40-jährige Dzeko, der von Sommer 2007 bis Ende 2010 beim VfL Wolfsburg in der Bundesliga spielte, hat in dieser Woche einen Vertrag bei den Königsblauen unterschrieben – und Kollege Demirovic meinte: „Der FC Schalke hat einige Fans dazugewonnen. Mich, zum Beispiel. Ich werde denen die Daumen drücken. Und ich glaube, ganz Bosnien steht hinter ihnen.“

Demirovic und Dzeko haben schon einige Male ein Sturmduo in der Nationalmannschaft gebildet. Sowieso ist der frühere Wolfsburger ein fußballerischer Volksheld in seiner Heimat. In der Bundesliga wurde er mit dem VfL nicht nur deutscher Meister (2008/2009), sondern in der Saison darauf auch Torschützenkönig. Dann spielte er vier Jahre für Manchester City, sechs bei der AS Roma, je zwei bei Inter Mailand und Fenerbahce Istanbul. Zuletzt stand er beim AC Florenz unter Vertrag – ehe er nun nach Deutschland zurückkehrt.

Frust am Donnerstag in Rom – Ermedin Demirovic und der VfB Stuttgart sind leer ausgegangen. Foto: IMAGO/Eibner

„Es freut mich riesig, ihn wieder in Deutschland zu haben“, sagte Demirovic, „er ist ein Spieler, vor dem ich sehr, sehr viel Respekt habe. Er ist mein Idol.“ Und vor der Partie des VfB bei der AS Roma hatten die beiden auch noch Kontakt. „Ich habe ihm geschrieben, weil er ja hier mal gespielt hat“, erzählte Ermedin Demirovic – der dann gerne das gemacht hätte, was Edin Dzeko jahrelang im Stadio Olimpico gemacht hat: Tore erzielen.

Das hat nicht geklappt, was den Stürmer ordentlich wurmte („Das tut weh“). Besser machen will er es am Sonntag (15.30 Uhr), wenn er mit den Stuttgartern in Mönchengladbach antritt. Das Problem: Seine neue Fan-Liebe zum FC Schalke 04 kann er dadurch nicht wirklich ausleben. Die Knappen spielen dann, wenn sich der VfB auf die Partie bei der Borussia vorbereitet: am Sonntag, um 13.30 Uhr gegen den 1. FC Kaiserslautern.