Sturm über Deutschland Friederike hält sich sehr zurück

Wegen Friederike haben im Altkreis Leonberg sicher so manchem Hund die Ohren geschlackert –  von Sturmschäden wie im Rest von Deutschland aber keine Spur. Foto: dpa
Wegen Friederike haben im Altkreis Leonberg sicher so manchem Hund die Ohren geschlackert – von Sturmschäden wie im Rest von Deutschland aber keine Spur. Foto: dpa

Das Sturmtief hat rund um Leonberg kaum Schaden angerichtet. Anders als Burglind vor zwei Wochen.

Kreis Böblingen - Zu den beliebtesten Vornamen Deutschlands werden Burglind und Friederike in nächster Zeit wohl nicht mehr gekürt. Im Altkreis Leonberg zumindest hätte Friederike aber sicher die besseren Chancen. Denn das Sturmtief hat sich im Süden Deutschlands und speziell im Landkreis Böblingen kaum bemerkbar gemacht, außer an Fensterläden zu rütteln und die eine oder andere Mülltonne umzuwerfen. Burglind dagegen hat vor allem in den Wäldern doch sichtbare Schäden angerichtet, auch wenn es noch „relativ glimpflich ausgegangen“ ist, berichtet Rebecca Kottmann, Sprecherin des Landratsamts Böblingen.

Anders als bei Burglind Anfang Januar mussten die Feuerwehrleute am Donnerstag eigentlich gar nicht auf die Straße. „Wir hatten überhaupt keinen Einsatz“, berichtet der Kommandant der Leonberger Feuerwehr, Wolfgang Zimmermann. Auch in Weil der Stadt und Heimsheim ging kein Anruf ein. „Wir hatten einen einsamen um­gestürzten Baum in Rutesheim“, sagt Peter Widenhorn, Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. „Das war es aber auch schon.“ Der Baum war auf der Heimerdinger Straße am Waldrand auf die Straße ­gestürzt und musste weggeräumt werden. Unfälle oder Rückstaus gab es dort keine.

Wälder lieber noch meiden

Und selbst Burglind war mit Stürmen wie Lothar oder Kyrill kein Vergleich, darin waren sich die Feuerwehrleute im Altkreis klar einig. Im Landkreis Böblingen hat das Sturmtief am 3. Januar etwa 7000 Fest­­­meter, also Kubikmeter, Holz vernichtet, „was weniger als einem Prozent des geplanten Holzeinschlages entspricht“, erklärt Rebecca Kottmann. Der überwiegende Anteil sei Nadelholz, vor allem Fichte. „Das sind allerdings Schätzwerte, da die tatsächlich angefallene Menge erst bekannt wird, wenn alles Holz aufgearbeitet ist.“ Beim Sturm Lothar im Dezember waren es rund eine Million Festmeter.

Größere, zusammenhängende Schäden seien im Wald glücklicherweise nicht zu verzeichnen, das meiste seien einzelne umgeworfene oder abgebrochene Bäume. Die Aufräumarbeiten im Wald dauern noch an. Sämtliche Hauptwege sollten inzwischen aber wieder frei sein, sagt Kottmann. „Bis alle Sturmschäden im Wald aufgearbeitet sind, wird es noch einige Wochen dauern. Teilweise wird die Aufarbeitung auch erst im Zuge des regulären Holzeinschlages ­erfolgen.“

Die Schäden sind insgesamt gleichmäßig über den Landkreis verteilt, „wobei im nördlichen Teil aufgrund der höheren Nadelholzanteile auch etwas mehr Schäden entstanden sind“. Spaziergänger, die in Wäldern unterwegs sind, sollten „ein wachsames Auge und Ohr haben, denn es ist nicht auszuschließen, dass noch Kronenteile und Äste in den Bäumen hängen“. Diese können sich auch ohne einen Windstoß spontan lösen und herabfallen. Besonders bei neu aufkommendem Sturm und Wind ist aber mit einer erhöhten Gefahr durch herabfallende Äste zu rechnen.




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