Das lange Warten soll noch in diesem Monat ein Ende haben. Bis Ende Juli erwartet die S-21-Projektgesellschaft die Genehmigung für den Bau einer der beiden Abschnitte am Flughafen.

Titelteam Stuttgarter Nachrichten: Christian Milankovic (mil)

Stuttgart - Die bislang nicht genehmigten Stuttgart-21-Abschnitte am Flughafen belasten nach wie vor den ohnehin angespannten Zeitplan des Milliardenvorhabens. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sieht aber in den Teilbereichen Ansätze, mit denen durch eine verbesserte Kooperation zwischen der planenden Projektgesellschaft und den Behörden Zeitverzug aufgeholt werden könnte. Das sagte der Verkehrsminister nach der jüngsten Lenkungskreissitzung.

Ehe es ans Optimieren gehen kann, muss aber erst einmal die Baugenehmigung in Form des Planfeststellungsbeschlusses durch das Eisenbahn-Bundesamt (Eba) her. Den erwartet die S-21-Projektgesellschaft im Lauf des Juli. Durch den Filderdialog und die Umplanungen sind im Abschnitt, der die Neubaustrecke längs der Autobahn 8 sowie den Fernbahnhalt unter der Messepiazza beinhaltet, nach Bahnangaben ein Jahr Verzug aufgelaufen. Eine veränderte Bauweise etwa der Tunnel, die die Autobahn unterqueren, könnte nun den Ablauf beschleunigen.

Sind A-8-Verschwenkungen zu vermeiden?

Das sind Überlegungen, die jenseits der Autobahn durchaus mit Interesse zur Kenntnis genommen werden. Der Plieninger SPD-Bezirksbeirat Ulrich Berger hatte schon im vergangenen Jahr angeregt, auf die aufwendige Verlegung der A-8-Fahrstreifen währen der Bauphase zu verzichten. „Verkehrsminister Hermann, die Region, das Regierungspräsidium und die Stadt Stuttgart sollten sich endlich an einen Tisch setzen und darüber nachdenken, ob den täglich 100 000 Autofahrern auf der A 8 durch die eineinhalbjährige Verschwenkung der Autobahn noch zusätzliche Staus – zu den schon bestehenden – zugemutet werden sollten.“ Gleichzeitig erneuert Berger seine Kritik an der Zweiteilung des Abschnitts am Flughafen, wie sie im März 2015 im Zuge der Einigung auf das Dritte Gleis für Gäubahnzüge in der S-Bahnstation beschlossen wurde. Seit dem gibt es auf den Fildern die Planfeststellungsabschnitte 1.3a (Neubaustrecke und ICE-Halt) sowie 1.3b (Gäubahnanschluss mit Rohrer Kurve und Drittem Gleis). Die beiden Abschnitte seien so stark verquickt, dass die Einspruchsmöglichkeiten beim einen stark eingeschränkt seien, sobald der andere einmal genehmigt ist, moniert der Lokalpolitiker. „Hier wurde wohl einiges nicht zu Ende gedacht“, sagt Berger.

Flughafen will Inbetriebnahme auf einen Schlag

An der Diskussion über drohende Verzögerungen wolle man sich nicht beteiligen, erklärt Flughafen-Geschäftsführer Walter Schoefer. Er habe aber im jüngsten Lenkungskreis deutlich gemacht, dass im Falle einer verspäteten Fertigstellung des bisher auf 2021 taxierten neuen Bahnknotens die Projektgesellschaft dafür Sorge tragen soll, dass die Anbindung des Flughafens auf einen Schlag in Betrieb gehe. Die bisherigen Zeitpläne sehen eine Betriebsaufnahme in Etappen vor: 2021 für den Abschnitt 1.3a und 2023 für 1.3b. Schoefer rechtfertigte das finanzielle Engagement des Flughafens in Höhe von 227 Millionen Euro für das Bahnprojekt. Eine Million Passagiere im Jahr mehr verspricht sich die Flughafengesellschaft durch den verbesserten Schienenanschluss. Jeder dritte dieser zusätzlichen Fluggäste soll auf der neuen Gäubahnführung den Airport erreichen. Der weiteren Entwicklung der sogenannten Airport City, also der Ansiedlung weiterer Betriebe im Bereich des Flughafens, stehen die Tunnelarbeiten für S 21 nicht im Weg. In den betroffenen Bereichen wird in erster Linie geparkt.

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