Stuttgart 21 Am Wochenende wird es wieder laut

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In Untertürkheim entsteht eine Baustellenzufahrt für Stuttgart 21. Dabei werden nachts Maschinen eingesetzt, die Bauteile in den Boden rammen. Das macht viel Lärm – darüber hatten sich Anwohner vor zweieinhalb Wochen beschwert. Am Wochenende stehen nun die nächsten Arbeiten an.

An der Benzstraße entsteht eine Baustellenzufahrt für den Neckartunnel. Die Geschichte des Bahnprojekts Stuttgart 21 zeigen wir in der Fotostrecke. Foto: Heinz Heiss 35 Bilder
An der Benzstraße entsteht eine Baustellenzufahrt für den Neckartunnel. Die Geschichte des Bahnprojekts Stuttgart 21 zeigen wir in der Fotostrecke. Foto: Heinz Heiss

Stuttgart - Mächtig lauter Baulärm hat in Untertürkheim vor zweieinhalb Wochen Anwohnern im Bereich der Benzstraße und der Augsburger Straße den Schlaf geraubt. Die Ursache waren Arbeiten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 gewesen. Auf Höhe der Gaggenauer Straße waren an den zwischen Benz- und Augsburger Straße verlaufenden Gleisen Oberleitungsmasten mit Maschinen in den Boden gerammt worden.

An diesem Wochenende wird es wieder laut werden in Untertürkheim – und noch an weiteren in diesem Herbst. Doch die Bahn will diesmal vermeiden, dass wieder Anwohner nachts vom Lärm überrascht werden. Deswegen habe man jetzt nicht nur die unmittelbaren Anwohner, sondern 8500 Haushalte in Untertürkheim informiert. Auch habe man an vielen Haustüren geklingelt und mit den Untertürkheimern gesprochen. „Das ist sehr positiv aufgenommen worden“, sagt ein Sprecher des Stuttgart-21-Kommunikationsbüros. Bei den Arbeiten in der Nacht vom 28. auf den 29. August waren erboste Bürger zur Baustelle gekommen und hatten gefordert, dass die Arbeiten sofort eingestellt werden sollten.

In Untertürkheim entsteht eine sogenannte Rettungszufahrt, die während der Bauzeit des Neckartunnels als Baustellenzufahrt dienen wird. Dazu müssen sechs Gleise unterquert werden. Diese werden durch Brückenbauten gestützt, die auf sogenannten Spundwänden stehen werden. Beim Bau der Gleisunterquerung müssen zunächst die Spundwände in den Boden gerammt werden, bevor der Boden unter den Gleisen ausgehoben wird, erläuterte der Projektingenieur Fred Krüger bei einem Pressetermin auf der Baustelle. Es seien andere Bauweisen geprüft worden, sagte der Sprecher. Das Rammen habe sich jedoch als die praktikabelste Alternative erwiesen.

Während der Bauarbeiten müssen Schienen gesperrt werden

In zehn bis 15 Metern Tiefe stoßen die Bauarbeiter auf Fels. Deswegen müsste das Baumaterial mit großer Kraft in den Grund gestoßen werden. Beim Reinrammen der Oberleitungsmasten Ende August habe das wie einzelne Paukenschläge geklungen. „Es wird dieses Mal ein anderes Geräusch sein“, sagte der Pressesprecher, denn es werde eine andere Maschine verwendet, eine Hochfrequenzvibrationsramme. Die Arbeiten müssten nachts ausgeführt werden, da die Strecke eine der meist befahrenen in Deutschland sei und für den Einbau der Wände gesperrt werden müsse.

Die Arbeiten beginnen in der Nacht zum Samstag gegen 1 Uhr. Gerammt werden soll am Samstag und in der Nacht zum Sonntag. Vertreter des Eisenbahnbundesamts als Aufsichtsbehörde werden die Baustelle begutachten und Lärmmessungen vornehmen.

In Feuerbach wurde auch gerammt – ohne Beschwerden

Ähnliche Arbeiten wie in Untertürkheim seien im vergangenen Jahr schon in Feuerbach am Bahnhof für zehn Masten vorgenommen worden. Damals habe es keine Beschwerden der Anwohner gegeben. Im Jahr 2015 würde es auch in Feuerbach wieder laute Arbeiten geben. Auch in der Nähe des Hauptbahnhofs kommen die lauten Rammmaschinen zum Einsatz. Dort müssten aber keine Gleise gesperrt werden, so dass man tags arbeiten müsse.

Während der Bauzeit fallen Züge aus und der S-Bahntakt ist geändert. Das betrifft auch das Heimspiel des VfB am 22. September. Die S-Bahn hält dann nicht am Neckarpark und der Busersatzverkehr nicht am Stadion. Die Fans müssen vom Cannstatter Bahnhof zum Stadion gehen.