Stuttgart 21 auf den Fildern Bezirksübergreifende Gruppe für Koordination scheitert

Arbeiten im Fildertunnel, der viele Stadtbezirke tangiert Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Arbeiten im Fildertunnel, der viele Stadtbezirke tangiert Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Der Möhringer Bezirksbeirat hat gegen ein Gremium gestimmt, das die von den Planfeststellungsabschnitten 1.2 und 1.3 betroffenen Bezirke vereinen soll. Auch für Degerloch, Birkach und Plieningen ist die Koordinierungsgruppe nicht zwingend nötig.

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Filder - Die Idee der Möhringer Grünen-Fraktion, alle von den Baumaßnahmen zu Stuttgart 21 betroffenen Filderbezirke in einer sogenannten Koordinierungsgruppe Filder zu vereinen, scheint nicht umsetzbar. Mit einer knappen Mehrheit von sieben zu sechs Stimmen haben sich die Möhringer Bezirksbeiräte gegen ein solches Aufsichtsgremium ausgesprochen. Laut bürgerlichem Lager sei eine derartige Koordinierungsgruppe besser bei der Stadt angesiedelt. Außerdem sei fraglich, welches Ratsmitglied im Fall eines Zustandekommens entsandt werden sollte.

Im Gegensatz zu ihren östlichen Kollegen hatten die Bezirksbeiräte in Vaihingen bereits im November für die gemeinsame Koordinierungsgruppe gestimmt. Dass sich die Möhringer gegen eine bezirksübergreifende Zusammenarbeit aussprechen, verwundert deshalb umso mehr. Die erwarteten oder tatsächlichen Probleme, die die einzelnen Filderbezirke durch das Großprojekt S 21 haben, sind ähnlicher Natur: Beide Stadtbezirke werden teilweise untertunnelt und fürchten unter anderem die Verkehrsbelastung durch die Lastwagen, die den Aushub abtransportieren. Konkret geht es um die Planfeststellungsabschnitte 1.2 „Fildertunnel“ und 1.3 „Filderbereich mit Flughafenanbindung“, die Möhringen und Vaihingen betreffen, aber auch Degerloch und Plieningen tangieren.

Degerloch verlässt sich auf Bahn

Im Degerlocher Bezirksbeirat war nach Auskunft der Bezirksvorsteherin Brigitte Kunath-Scheffold die Koordinierungsgruppe bisher kein Thema. Dass sie in nächster Zeit eines wird, schließt Kunath-Scheffold nicht aus, denn es sei „wichtig, dass man sich über die Arbeiten informiert“. Doch das macht der Beirat in Degerloch laut Bezirkschefin ohnehin. So wurde beispielsweise im vergangenen September eine Infoveranstaltung für Möhringer und Degerlocher Bürger organisiert, bei der sich Vertreter der Bahn zu eventuellen Schäden und Entschädigungen äußerten.

Außerdem hat der Degerlocher Bezirksbeirat die Zusage von der Bahn, dass er regelmäßig über den Stand der Arbeiten in Kenntnis gesetzt wird. „Darauf verlassen wir uns“, sagt Kunath-Scheffold und möchte dennoch im Frühjahr selbst auf die Bahn zugehen und auch wieder Bahnvertreter zur Berichterstattung im Beirat einladen. Für den Fall, dass die überbezirkliche Koordinierungsgruppe doch noch thematisiert und über eine Teilnahme Degerlochs abgestimmt wird, geht Kunath-Scheffold von einem ähnlichen Ergebnis wie in Möhringen aus.

Birkach und Plieningen am Thema

Ähnlich sieht es im Plieninger und Birkacher Bezirksbeirat aus. Auch dort war die Koordinierungsgruppe Filder bisher kein Thema. Doch die Lokalpolitiker stünden laut Regine Theimer, stellvertretende Bezirksvorsteherin von Plieningen und Birkach, auch so schon im Austausch mit den Zuständigen: „Die Fragen, Anregungen und Sorgen zu S 21 geben wir immer schnell an die beim Tiefbauamt angesiedelte Fachstelle weiter“, sagt Theimer. Die Antworten, die die sogenannte Projektleitung Stuttgart 21 gibt, werden dann wiederum an die Bezirksbeiräte übermittelt. „Wir sind immer am Thema“, sagt Theimer.

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