Stuttgart 21 auf den Fildern Nicht nur die Radfahrer hat es kalt erwischt

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Wegen Stuttgart 21 müssen Radler, Autofahrer und Nutzer des ÖPNV auf den Fildern seit Kurzem Umwege in Kauf nehmen. Dabei ist die Kommunikation seitens der Bahn offenbar ausbaufähig: Sogar einige Busfahrer wussten nicht, dass die Straße zwischen Stuttgart-Plieningen und Echterdingen gesperrt wird.

Auf diesem Foto war es noch möglich: Aktuell können Autofahrer von Plieningen her kommend nicht auf die Echterdinger Straße fahren. Die Gegenspur ist frei. Foto: Jacqueline Fritsch
Auf diesem Foto war es noch möglich: Aktuell können Autofahrer von Plieningen her kommend nicht auf die Echterdinger Straße fahren. Die Gegenspur ist frei. Foto: Jacqueline Fritsch

Filder - Einen guten Einstand legt das Bahnprojekt Stuttgart 21 auf den Fildern aktuell nicht hin. Erst vor wenigen Tagen hatte die Deutsche Bahn den Unmut des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) sowie etlicher Fahrradfahrer auf sich gezogen. Da wurde bekannt, dass der Radweg, der von Plieningen ausgehend an der Messe über die Autobahn führt, gesperrt wird. Denn der Weg unterhalb der Radroute wird zu einer Baustraße für Stuttgart 21. Allerdings ist seit vergangenem Montag nicht nur der Radweg gesperrt. Auch die Echterdinger Straße selbst ist bis Sonntag, 16. Februar, in Richtung L.-E. gesperrt.

Busfahrer sind in Sperrung hineingefahren

In unserer Zeitung wurde Ende vergangener Woche auf diesen Umstand hingewiesen, dennoch wurden viele Anwohner und Autofahrer von der Sperrung kalt erwischt: „Wir wurden nicht informiert“, sagt Ulrich Berger, Anwohner und Plieninger Bezirksbeirat der SPD. Dies sei umso verwunderlicher, als dass die Umleitungsschilder hochprofessionell seien: „Die wurden nicht spontan über Nacht ausgedruckt.“ Bisher würden etliche Autofahrer die Sperrung noch nicht durchschauen: „Viele fahren einfach durch und probieren dann sämtliche Feldwege aus.“

Sogar einige Busfahrer hätten an den ersten beiden Tagen nichts von der Sperrung gewusst: „Ich habe am Montag einen Busfahrer der Linie 122 dabei beobachtet, wie er in die Sperrung hineingefahren ist und dann umdrehen musste. Und am Dienstag war es ein Bus der Deutschen Bahn selbst.“ Zudem habe Berger von zwei Busfahrern gehört, denen es genauso ging.

Drei Bushaltestellen fallen weg

Tatsächlich verkehren für die Dauer der Sperrung die Busse der Linie 122 nun in Richtung Echterdingen anders als gewohnt. Ab der Haltestelle Ressestraße in Plieningen fahren sie über die Bernhäuser Straße bis zum Busterminal am Flughafen. Drei Haltestellen fallen dadurch weg: Plieningen Post, Im Köpfert sowie Echterdingen Messe West. Wer an der Haltestelle Ressestraße oder früher einsteigt, braucht von dort aber jeweils gleich lang zum Flughafen wie bisher.

Laut der Bahn ist die Sperrung nötig, um die Anbindung an eine S-21-Baustelle zu realisieren. Sowohl für die Autofahrer als auch für Radfahrer gibt es Umleitungen. Allerdings sind zumindest die für Fahrradfahrer – entweder in Richtung Fasanenhof oder durch das Bosch-Parkhaus – länger als die bisherige Route. Eva Noller, die Baubürgermeisterin von Leinfelden-Echterdingen, hatte diesbezüglich unserer Zeitung gesagt: „Das kann nur jemand fordern, der selbst kein Fahrrad fährt.“

Jemand von der Bahn kommt in Sitzung

Immerhin: Für die Zeit von Juli 2020 an prüft die Bahn derzeit alternative Strecken für die Radfahrer. Die Idee ist wohl, dass eine Umleitung auf der Landesstraße 1192 parallel zum bisherigen Radweg geschaffen wird.

Dennoch war in der Sitzung des Bezirksbeirats von Plieningen und Birkach am Montagabend die Verärgerung mehrerer Lokalpolitiker und Anwohner deutlich. Auch deshalb soll in eine der kommenden Sitzungen ein Vertreter der Deutschen Bahn kommen und mit den Bezirksbeiräten über S 21 und die damit einhergehenden Veränderungen sprechen. Bis dahin sammelt die Bezirksvorsteherin von Plieningen und Birkach, Andrea Lindel, alle derzeit eingehenden Beschwerden.

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