Stuttgart 21 auf den Fildern Tunnelbau am Flughafen ab Juni

Entlang der Autobahn 8 entsteht die neue Bahnstrecke. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Nachdem das Bundesverwaltungsgericht einen Baustopp auf den Fildern abgelehnt hat, will die Bahn die Arbeiten rund um den Flughafen hochfahren. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Autofahrer.

Stadtentwicklung/Infrastruktur : Christian Milankovic (mil)

Stuttgart - Die Stuttgart-21-Baustelle im Bereich des Flughafens ist nicht mehr zu übersehen. Entlang der A 8 zwischen dem Echterdinger Ei und der Anschlussstelle Plieningen werden gewaltige Erdmassen bewegt. Dort entsteht der Lückenschluss zwischen dem Portal des Fildertunnels und dem schon deutlich weiter fortgeschrittenen Abschnitt zwischen der Markungsgrenze von Stuttgart und dem Neckar bei Wendlingen.

 

Die Strecke entlang der Autobahn und die Haltepunkte am Flughafen sind Sorgenkinder des Projekts Stuttgart 21. Lange Zeit wurde um eine für alle Seiten akzeptable Lösung gerungen. Als die – inklusive der Erweiterung des ursprünglichen Projekts um ein zusätzliches Gleis in der S-Bahn-Station – gefunden schien, begann das juristische Fingerhakeln. Das hat nun ein vorläufiges Ende gefunden. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat es abgelehnt, einen Baustopp zu verhängen, bis es im Mai in der Sache final entscheiden wird.

Autobahn wird zeitweise verlegt

Die aktuelle Entscheidung gibt Robert Berghorn etwas mehr Planungssicherheit. Der Bauingenieur verantwortet die Abschnitte vom Filderportal bis zur Wendlinger Neckarquerung – und auch den Tunnel, der die Strecke mit dem neuen Fern- und Regionalbahnhof unter der Messepiazza verbindet. Dessen Bau wird alsbald Auswirkungen auf den Autoverkehr haben. An zwei Wochenenden im Mai wird die A 8 auf Höhe des Flughafens verlegt, um Platz für die Baustelle des östlichen Tunnelabschnitts zu schaffen. Wegen des genauen Termins befinde man sich noch in Absprachen mit dem Regierungspräsidium, sagt Berghorn. „Es bleiben aber auf alle Fälle alle Fahrbeziehungen während der Bauphase erhalten“, so der 51-Jährige. Bis die Fahrspuren im kommenden Jahr wieder in ihre ursprüngliche Lage zurückverlegt werden, gilt in diesem Abschnitt ein Tempolimit von 100 Kilometern in der Stunde. Für den westlichen Abschnitt des Tunnels, bleibt die Autobahn wo sie ist. Die Röhren sollen die vielbefahrende Fernstraße mit einem vertikalen Abstand von sieben Metern unterqueren. Im Juni wolle man damit beginnen, so Berghorn. Eine dritte Grube, von der aus die beiden je gut 2,3 Kilometer langen Röhren vorgetrieben wird, entsteht derzeit auf dem ehemaligen Parkplatz 7 des Flughafens. Der kreisrunde Schacht, der zunächst dazu dient, die eigentliche Tunnelbaustelle zu erreichen, wird später den Ostzugang zum Flughafenbahnhof bilden.

Wenig Platz auf dem Flughafen- und Messegelände

Der Hauptzugang entsteht am Rande der Messe-Piazza. Die dortige Baugrube wird aber nicht für den Tunnelbau genutzt. „Das Bauen auf dem Flughafen- und dem Messegelände ist eine logistische Herausforderung“, sagt Berghorn. Lachend schiebt er hinterher: „Das werden endoskopische Eingriffe“. Um trotz dieses Vorsatzes die Betroffenheiten so gering wie möglich zu halten, tage man einmal pro Woche zusammen mit Vertretern der Betreibergesellschaft des Manfred-Rommel-Flughafens. Für die von den Tunnel unterquerten Flächen und Gebäuden – ein Teil der Messe-Hallen wird unterfahren – soll ein Kontrollsystem installiert werden, das anschlägt, falls der Tunnelbau Auswirkungen auf die Geländeoberflächen zeigt. Der Bauleiter zeigt sich zuversichtlich, dass der bisher am wenigsten weit gediehne Abschnitt von S 21 zusammen mit dem Rest im Jahr 2025 in Betrieb gehen kann.

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