Stuttgart 21 Bahn baut am zentralen Grundwassersystem weiter

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Nach einem Jahr Pause baut die Bahn im Schlossgarten wieder weiter am Grundwassermanagement. Die komplexe Technik soll die Baugrube trocken halten und das Mineralwasser schützen.

Im März 2012 soll der erste Tropfen Grundwasser in der Aufbereitungsanlage im Schlossgarten ankommen Foto: Achim  Zweygarth 23 Bilder
Im März 2012 soll der erste Tropfen Grundwasser in der Aufbereitungsanlage im Schlossgarten ankommen Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Die Bahn hat am Mittwoch auf einer Pressekonferenz im Kommunikationsbüro von Stuttgart 21 angekündigt, dass sie die Arbeiten an dem Grundwassermanagement fortsetzen wird. Das System werde nun bedarfsorientiert ausgebaut. „Die erste Stufe soll im März 2013 einsatzbereit sein“, sagte Projektsprecher Wolfgang Dietrich.

Der Projektsprecher räumte ein, dass es in einzelnen Bauabschnitten noch zu zeit­lichen Verschiebungen und Änderungen kommen könne. Noch vor wenigen Wochen hatte Dietrich erklärt, dass im Februar 2013 damit begonnen werden könne, die Baugrube für den Trog des Tiefbahnhofs auszuheben. Konkrete Zeitpläne über den Bauablauf könne man erst im Januar vorlegen, hieß es nun. „Im Moment gehe ich aber davon aus, dass wir alle Bauarbeiten in dem vorgesehenen Zeitrahmen von sechs Jahren abschließen können“, sagte Dietrich.

Auflagen vom Verwaltungsgerichtshof

Wie berichtet, hatte das Eisenbahn-Bundesamt (Eba) erst Ende Oktober die 5. Planänderung der zentralen Anlage im Schlossgarten genehmigt. Die Arbeiten waren im Dezember 2011 vom Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg gestoppt worden, der einer Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) stattgegeben habe. Die Umweltorganisation hatte bei der Planung des Grundwassermanagements der Bahn Mängel beim Artenschutzkonzept vorgehalten.

Die Rüge des Gerichts und die damit verbundenen zusätzlichen Arbeiten haben die Bahn viel Zeit gekostet. „Jetzt stehen wir wieder da, wo wir vor einem Jahr bereits einmal waren“, sagte Dietrich. Nun gehe es aber darum, die Grundwasseranlage fertig zu stellen. Das hochkomplexe technische System, das aus der zentralen Wasseraufbereitungsanlage, Pumpenanlagen, Rohrleitungen und zahlreichen Infiltrationsbrunnen bestehe, garantiere ein Höchstmaß an Sicherheit für das Grund- und Mineralwasser. Die bewährte Technik sei bereits auf vielen anderen Baustellen erfolgreich eingesetzt worden.