Stuttgart 21 Bahn dementiert Medienbericht

Von dapd/StZ 

Schreibfehler statt Enthüllung: Die Bahn hat die Behauptung von "Stern.de" zurückgewiesen, der Konzern habe schon 2002 von den Mehrkosten für Stuttgart 21 gewusst.

 Foto: dpad
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Hamburg - Die Deutsche Bahn hat zu einem Bericht des Online-Magazins "Stern" Stellung bezogen, wonach der Konzern bereits 2002 von den immensen Mehrkosten für das geplante Verkehrsprojekt "Stuttgart 21" gewusst haben soll. Das Magazin hatte sich auf ein Bahn-internes Dokument berufen, in dem angeblich bereits 2002 mit einer Gesamtkostensumme von über vier Milliarden Euro für den geplanten unterirdischen Durchgangsbahnhof gerechnet worden sei. Aus der "Betrieblichen Aufgabenstellung zur Umsetzung der Konzeption Netz 21" (BAST) sei hervorgegangen, dass bereits 2002 von der Bahn mit einer Gesamtsumme von 4,203 Milliarden Euro kalkuliert worden sei, berichtete "stern.de". Die Bahn wies die Darstellung zurück und sprach von einem Missverständnis seitens des Magazins.

Der Konzern räumte ein, in dem internen Bericht sei in einer Tabelle über die jährlichen Kosten für das Bahnprojekt "Stuttgart 21" die Gesamtsumme von 4,2 Milliarden DM fälschlicherweise in Euro angegeben worden. Bei der Verwechslung der Währungsangabe handele es sich um einen redaktionellen Fehler im Zusammenhang mit der Währungsumstellung von DM auf Euro im Jahr 2002. Damit erweise sich der Bericht als "völlig haltlos". Ein Anruf der "stern"-Redaktion bei der Bahn hätte genügt, um das Missverständnis aus der Welt zu schaffen, monierte der Konzern. So sei die vermeintliche Enthüllung nicht mehr als die Entdeckung eines Schreibfehlers. Die Kosten für das Projekt seien in den vergangenen Jahren auf Basis der jeweiligen Planungsstände immer offen kommuniziert worden.

Die "stern"-Redaktion wollte zu der Darstellung der Bahn am Nachmittag Stellung nehmen. Der baden-württembergische Landtag hatte im Mai 2009 den Finanzierungsverträgen sowohl für "Stuttgart 21" als auch für die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm zugestimmt. Im Dezember 2009 war bekannt geworden, dass das mit zunächst 3,1 Milliarden Euro bezifferte Projekt "Stuttgart 21" eine Milliarde Euro teurer werden würde. Bereits im September 2009 hatte Bahnchef Rüdiger Grube angekündigt, die bisher angesetzten Kosten seien nicht mehr realistisch. Ziel sei es jetzt, "unter 4,5 Milliarden Euro zu bleiben". Der heftige Bürgerprotest gegen das Bahnprojekt basiert auch auf den ausufernden Kosten.

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