Stuttgart 21 Bahn erhält Baurecht für Flughafen-Anschluss

Von Konstantin Schwarz 

Die Bahn kann am Flughafen für ihr Projekt Stuttgart 21 loslegen. Weil sie in Verzug ist, soll der Rohbau um 18 Monate verkürzt werden. Dazu wird auch die Führungsmannschaft für den Bauabschnitt neu sortiert.

Mit Stuttgart 21 soll sich für Reisende vom Flughafen (hier der S-Bahn-Halt) die Fahrzeit in die City deutlich verkürzen. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Mit Stuttgart 21 soll sich für Reisende vom Flughafen (hier der S-Bahn-Halt) die Fahrzeit in die City deutlich verkürzen. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Die Deutsche Bahn kann seit Donnerstag auch am Landesflughafen ihr Projekt Stuttgart 21 umsetzen. Das Eisenbahn-Bundesamt (Eba) hat die Baugenehmigung für den neuen Fernbahnhof unter der Messe-Piazza und für die fünf Kilometer lange Schnellfahrstrecke zwischen Echterdinger Ei und dem Ende der Start- und Landebahn erteilt. „Gemeinsam mit unseren Projektpartnern haben wir hier eine gute Lösung hinbekommen. Ich freue mich, dass wir nun bald mit dem Bauen beginnen können“, sagte Manfred Leger, der Chef der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH.

Bahn hat Abschnitt aufgeteilt

Die Bahn hatte den Planungs- und Bauabschnitt im Frühjahr 2015 aufgeteilt. Die Zuführung der Gäubahnzüge aus Singen über die bestehenden S-Bahn-Gleise bei Rohr zum Flughafen war von dem jetzt freigegebenen Abschnitt abgetrennt worden. Die Bahn will den Bauantrag dafür bis September beim Eba einreichen.

Neben dem Tunnelbau nach Feuerbach und am Südkopf des Tiefbahnhofs besteht am Flughafen der größte Zeitdruck. Das Gesamtsystem Stuttgart 21 soll Ende 2021 in Betrieb gehen. Am Flughafen war von Juli 2015 an eine fünfjährige Rohbauphase vorgesehen. Sie soll nun um 18 Monate verkürzt werden. Die Ausschreibungsunterlagen für den Rohbau sollten noch am Donnerstag versandt werden. 2012 kalkulierte die Bahn für den gesamten Bau einschließlich Gäubahn-Zuführungmit 540 Millionen Euro.

Behörde: Weitere Verzögerungen unterbinden

Das Eisenbahn-Bundesamt hat in seinem 319 Seiten dicken Planfeststellungsbeschluss (siehe www.stuttgart-21.de) für die Bahn keine zusätzlichen Hürden errichtet. Für den Abschnitt gilt zum Beispiel noch der inzwischen abgeschaffte Schienenbonus, die Züge dürfen also fünf Dezibel lauter sein als nach aktuellem Recht, weil die Bahn ihre Pläne schon 2013 ausgelegt hat. Das Eba drängt auf den Bau. Die „zeitnahe Errichtung und Inbetriebnahme der Eisenbahninfrastruktur“ liege im öffentlichen Interesse. „Weitere Verzögerungen sind daher zu unterbinden“, schreibt die Behörde.

Neuer Leiter für den Abschnitt

Auf den Zeitdruck reagiert das Projektbüro mit personellen Umsetzungen. Seit dem 1. Juli ist Matthias Breidenstein statt Christophe Jacobi für beide Abschnitte am Flughafen verantwortlich. Breidenstein hatte zuvor als Abschnittsleiter beim Albaufstieg der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm den Durchbruch des Steinbühltunnels ein halbes Jahr früher als geplant geschafft. Jacobi verantwortet wie bisher den bis Wendlingen führenden Filderabschnitt. Neuer Projektabschnittsleiter für den Albaufstieg ist Jörg Müller, der bisher für Boßler- und Steinbühltunnel zuständig war.