Stuttgart 21 Bahn hebt erste Baugrube für den Tiefbahnhof aus

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Viereinhalb Jahre nach dem offiziellen Start von Stuttgart 21 beginnen an diesem Dienstag die Arbeiten am Trog im Mittleren Schlossgarten im Baufeld 16. Doch nach wie vor fehlen wichtige Genehmigungen für das Projekt.

Im Mittleren Schlossgarten soll nun auch der Tiefbau für Stuttgart 21 beginnen. Die Bildergalerie zeigt, wie sich das Gelände seit 2011 verändert hat. Foto: dpa 6 Bilder
Im Mittleren Schlossgarten soll nun auch der Tiefbau für Stuttgart 21 beginnen. Die Bildergalerie zeigt, wie sich das Gelände seit 2011 verändert hat. Foto: dpa

Stuttgart - An diesem Dienstag proklamiert die Bahn den Start der S-21-Bauarbeiten für den neuen Tiefbahnhof. Nach der von Bahnvorstand Volker Kefer mit viel Tamtam zelebrierten Ankündigung des Termins gibt es aber weder einen offiziellen Baggerbiss noch eine Feier mit Prominenten und Reden. Die Bahn will den Medien lediglich „die angelaufenen Hauptbaumaßnahmen zur Erstellung des Trogs vom neuen Stuttgarter Hauptbahnhof vorstellen“, wie es in einer Mitteilung heißt.

Losgehen sollen die auf 25 Felder verteilten Arbeiten im Bauabschnitt 16, der in etwa dort liegt, wo früher der Zentrale Omnibusbahnhof war. „Unmittelbar folgen“, so die Bahn, werden die Bauabschnitte 1 an der Jägerstraße (Nordkopf) und 25 an der Sängerstraße (Südkopf). Insgesamt wird der Trog fast 900 Meter lang, 80 Meter breit und 16 Meter tief. 1,8 Millionen Tonen Erde werden ausgegraben – im Schlossgarten entsteht das größte Loch Stuttgarts.

In einer Überblickskarte zeigen wir, an welchen Stellen derzeit wegen des Bahnprojekts Stuttgart 21 gebaut wird:


S21-Baustellen auf einer größeren Karte anzeigen

Die S-21-Gegner agieren dagegen in aller Öffentlichkeit. Die Parkschützer haben einen Aktionstag unter dem Motto „Bahnhofsbetrog“ ausgerufen – mit Blockaden um 6.30 Uhr, einer Banner-Menschenkette um den Bauzaun im Mittleren Schlossgarten von 9 bis 12 Uhr und einer Kundgebung um 18 Uhr vor dem Hauptbahnhof.

„Wir protestieren gegen die nächste Fassade im Potemkinschen Dorf namens Stuttgart 21“, sagt Matthias von Herrmann, der Sprecher der Parkschützer. Zugleich fordere man die Stadt auf, „sich gegenüber der Bahn durchzusetzen statt sich weiter von ihr zum Narren halten zu lassen“.

Die Stadt dürfe nicht weiter Schlamperei und Planungschaos der Bahn mit immer neuen Ausnahmegenehmigungen decken, meint er – und nennt als Beispiel, dass die Baulogistikstraße noch nicht fertig sei, sodass die Erdlaster mit städtischer Erlaubnis in den kommenden Wochen zunächst öffentliche Straßen benutzten.

Blick vom Bahnhofsturm auf die Baustelle:

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Auch auf der Montagsdemonstration wurde der „Spatenstich ohne Baulogistikstraße“ vor rund 1500 Kundgebungsteilnehmern scharf kritisiert und ein „sofortiger Transportstopp durch die Wohngebiete“, vor allem das Nordbahnhofviertel, gefordert. Der Redner Hans-Jörg Jäkel warf der Bahn vor, gegen die Bestimmungen des Planfeststellungsbeschlusses zu verstoßen, die eine funktionierende Baulogistik vorschreiben würden.