Stuttgart 21 Bahn schreibt Bau am Airport erneut aus

Von Konstantin Schwarz 

Der Zeitplan für den Schienenanschluss des Flughafens hängt auch am Verwaltungsgerichtshof.

Bis auch Fernzüge den Flughafen ansteuern können wird es Ende 2025 werden, für die Gäubahn sogar noch später. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Bis auch Fernzüge den Flughafen ansteuern können wird es Ende 2025 werden, für die Gäubahn sogar noch später. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart. - Nach den Verzögerungen durch zwei Klagen, unter anderem der Schutzgemeinschaft Filder, will das Projektbüro für Stuttgart 21 die Bauarbeiten für denAnschluss des Flughafensan die neue ICE-Strecke Stuttgart-Ulm ab Juli erneut ausschreiben. Allerdings ist immer noch unklar, wann der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim (VGH) über die Klagen gegen diesen Anschluss entscheiden wird.

Um die Anbindung des Airports an die Schnellfahrstrecke und den Tunnel Richtung Stuttgarter Tiefbahnhof gemeinsam mit der übrigen Infrastruktur bis Ende 2025 fertigstellen zu können, muss die Bahn den Rohbau für die Zuführung und den im Tunnel liegenden Halt am Airport im Herbst 2019 beginnen. Das zeigt der jüngste, im S-21-Lenkungskreis präsentierte Rahmenterminplan.

Gericht schrieb Land an

Das Gericht hat die Verhandlung noch nicht terminiert, vor wenigen Wochen aber das Land Baden-Württemberg zu dem Verfahren beigeladen. Das Land verlegt wegen des Schienenanschlusses eine Straße bei Plieningen. Die Beteiligung des Landes ist bei der Schutzgemeinschaft mit Interesse verfolgt worden. Sie hätte, so die Kritiker, eigentlich schon im Rahmen des Eilverfahrens erfolgen müssen. Im Eilverfahren hatte der VGH im Februar 2017 entschieden, dass die Bahn entlang der geplanten Strecke (5,7 Kilometer) Rodungsarbeiten vornehmen und eine Gasleitung sowie eine Hochspannungsleitung verlegen dürfe.

Am Flughafen soll es außerdem eine zweite Zuführung über die bestehenden S-Bahn-Gleise für die aus Singen kommende Gäubahn geben. Die Planung für diesen Abschnitt wird als extra Verfahren geführt. Auch gegen diese Aufspaltung der Verfahren klagt die Schutzgemeinschaft.

Gäubahn kommt erst nach 2025

Obwohl die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 von Ende 2021 auf Ende 2025 verschoben wurde, kann der Anschluss der Gäubahn laut dem neuen Rahmenterminplan bis dahin nicht fertiggestellt werden. Der Rohbau für ein Extragleis für die Gäubahn parallel zur bestehenden S-Bahnstation am Airport soll erst Ende 2020 aufgenommen werden. Das Zusatzgleis und einige Weichenverbindungen auf der S-Bahn-Strecke sowie ein aufgeweiteter Tunnel bei Vaihingen Anschluss sollen 90 Millionen Euro zusätzlich kosten. Die Zusatzleistungen werden außerhalb des S-21-Finanzierungsvertrages vom Land (40 Millionen Euro), der Bahn (30) und dem Verband Region Stuttgart(20) bezahlt.