Stuttgart 21 Bahn soll regelmäßig berichten

Von Thomas Braun 

Wie steht es um den Fortgang des Projekts Stuttgart 21? Die Bahn soll den Gemeinderat künftig regelmäßig informieren. Das heikle Thema Grundwassermanagement bleibt im Technikausschuss außen vor.

Das Thema Grundwassermanagement blieb am Dienstag außen vor. Die Bahn versprach, die Informationen nachzureichen. Foto: Achim Zweygarth
Das Thema Grundwassermanagement blieb am Dienstag außen vor. Die Bahn versprach, die Informationen nachzureichen. Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Die für den Bau von Stuttgart 21 zuständige Bahntochter DB-Projektbau soll künftig einmal pro Monat im Technischen Ausschuss des Gemeinderats über den aktuellen Bauzustand berichten. Das hat Baubürgermeister Matthias Hahn am Dienstag den anwesenden Bahnvertretern nahegelegt. Erstmals seit knapp zwei Jahren hatte der Konzern auf Druck der Grünen-Fraktion Mitarbeiter in das Gremium entsandt, um über den Zeitplan und die Abwicklung der Baumaßnahmen zu informieren.

Bahn will das GWM im Januar 2013 in Betrieb nehmen

Das heikle Thema des Grundwassermanagements blieb allerdings außen vor. Wie berichtet, hat die Bahn inzwischen beim Eisenbahnbundesamt (Eba) einen Planänderungsantrag eingereicht, weil sich die Menge des abzupumpenden und wieder in den Boden zu infiltrierenden Wassers von 3,2 Milliarden Liter auf nunmehr 6,8 Milliarden Liter mehr als verdoppelt hat. Wie die Bahn dies technisch bewältigen will und welche Mehrkosten dadurch für den Projektetat entstehen, blieb offen. Nach Angaben von Hahn hat die Stadt als untere Wasserschutzbehörde bisher keine Unterlagen vom Eba zur Stellungnahme erhalten. Der Kommunikationschef der DB Projektbau. Martin Schönbeck, sagte aber zu, die aktuellen Planungen bei einem der nächsten Termine im Ausschuss gesondert vorzustellen. Ungeachtet der ausstehenden Genehmigung durch das Eba geht Schönbeck davon aus, dass das Grundwassermanagement Ende Januar 2013 in Betrieb genommen werden kann.Dann sollen auch die Bauarbeiten für den Trog des Tiefbahnhofs beginnen; sie sollen 2019 abgeschlossen sein – nach einjährigem Probebetrieb soll die Durchgangsstation dann 2020 eröffnet werden. Für die im Bau befindliche ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Ulm veranschlagt die Bahn ebenfalls eine Bauzeit bis 2018 sowie einen einjährigen Probebetrieb. Nach Angaben von Schönbeck werden im Talkessel der Abriss des Südflügels sowie der Teilabbruch der alten Bundesbahndirektion fortgesetzt. Noch im Mai soll zudem der Landespavillon abgebrochen werden.

Kritik am Informationsgebaren

Von Seiten der Stadträte gab es fraktionsübergreifend Kritik am bisherigen Informationsgebaren der Bahn. Jochen Stopper (Grüne) sagte, man höre viel von Abrissarbeiten und Problemen, aber wenig von Baufortschritten. Die Schlichtungsthemen seien nicht abgearbeitet, und es gebe Berichte über weitere Verzögerungen beim Bau des Projekts. Alexander Kotz (CDU) verwies auf die Volksabstimmung vom November 2011: Wenn das Volk entscheiden habe, müsse man nicht immer weiter herumkritteln. Unfälle wie jener, bei dem vor Tagen eine Frau während der Abrissarbeiten am Südflügel von einem Stein getroffen worden war , gebe es auf jeder Baustelle. Jürgen Zeeb (Freie Wähler) assistierte, wenn auch sprachlich holprig: Man müsse nicht „an jeder Ecke die Made im Speck suchen“. Roswitha Blind (SPD) ermahnte die Bahn, die Zahl der Pannen „dramatisch zu reduzieren“. Günter Stübel (FDP) freute sich, dass heimische Unternehmen bei der Auftragsvergabe berücksichtigt worden seien. Gangolf Stocker (SÖS) betonte, Stuttgart 21 sei mitnichten durch die Volksabstimmung legitimiert – dabei sei es lediglich um den Ausstieg des Landes aus der Mitfinanzierung des Projekts gegangen.