Stuttgart 21 Behörde steht bei Erörterung unter Druck

Von Markus Heffner 

Reichen die Informationen und Hinweise über mögliche Auswirkungen einer Grundwasserabsenkung, die das Regierungspräsidium Stuttgart sammeln konnte? Die Projektgegner und die Deutsche Bahn als Bauherrin von Stuttgart 21 fordern eine schnelle Entscheidung.

Bei der Erörterung zum Grundwassermanagement bei Stuttgart 21 wird von den Experten auch darüber diskutiert, wie viel Grundwasser durch die Rohre fließen darf. Foto:   8 Bilder
Bei der Erörterung zum Grundwassermanagement bei Stuttgart 21 wird von den Experten auch darüber diskutiert, wie viel Grundwasser durch die Rohre fließen darf. Foto:  

Stuttgart - Muss das Erörterungsverfahren zum Grundwassermanagement von Stuttgart 21 fortgesetzt werden, weil nicht alle Punkte von der Tagesordnung abgearbeitet werden konnten? Oder reichen die Informationen und Hinweise über mögliche Auswirkungen einer Grundwasserabsenkung, die das Regierungspräsidium Stuttgart während der fünf Tage sammeln konnte? Die Antwort auf diese Frage wird von den Projektgegnern und den Verantwortlichen bei der Deutschen Bahn gleichermaßen mit Spannung erwartet, das Regierungspräsidium braucht dafür allerdings noch etwas Zeit. Es sei noch keine Entscheidung gefallen, so ein Behördensprecher am Freitag auf Anfrage, „wie das Verfahren weitergeht“.

BUND will weitere Fragen erörtern

Der Naturschutzverband BUND hatte unter anderem geltend gemacht, dass einige der vorbereiteten Fachvorträge noch nicht öffentlich gehalten werden konnten, so der Regionalgeschäftsführer Gerhard Pfeifer. Noch nicht behandelt worden seien beispielsweise Fragen zur Hydrochemie und Anlagentechnik, zum Thema Lärm, Erschütterung und Verkehr. Und auch die Themen Naturschutz, Beweissicherung und Planrechtfertigung seien nicht hinreichend erörtert worden, so Gerhard Pfeifer.

Die Bahn hingegen, die für den Bau der neuen Tiefstation 6,8 statt drei Millionen Kubikmeter Grundwasser abpumpen will, hält eine weitere Erörterung für nicht erforderlich, so Projektsprecher Wolfgang Dietrich. Es habe ein ausreichendes Angebot gegeben, die Anträge der Bahn zu diskutieren. Die Bahn erwarte jetzt eine kurzfristige Entscheidung des Regierungspräsidiums, „damit das Eisenbahnbundesamt in die Lage versetzt wird, bald über unsere Planänderungsanträge zu entscheiden“.

Regierungspräsidium braucht noch Zeit

Die beiden Verhandlungsleiter Gertrud Bühler und Michael Trippen vom Regierungspräsidium Stuttgart wollen sich vor solch einer Entscheidung aber zunächst einen Überblick über die Expertenbeiträge und das sonstige gesammelte Material verschaffen, das recht umfangreich ausfallen dürfte. Erst dann könne bewertet werden, ob noch relevante Informationen fehlen, die für den Bericht der Behörde an das Eisenbahnbundesamt wichtig seien.