Stuttgart 21 Der Kompromissvorschlag von Heiner Geißler spielt kaum eine Rolle

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Hannes Rockenbauch, der Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart21, forderte die Zuhörer auf, sich weiter intensiv gegen das Projekt zu engagieren, "dann können wir es zu Fall bringen". Im Rathaus spielte der Kompromissvorschlag von Schlichter Heiner Geißler nur am Rande eine Rolle. Mehrere Redner kritisierten aber die von den Grünen geführte neue Regierung. "Was macht die Politik, die wir gewählt haben?", fragte einer. Boris Palmer räumte ein, die Koalition sei wegen Uneinigkeit in der Sache "neutralisiert".

Im Staatsministerium wird unterdessen der Vorschlag des Schlichters unter die Lupe genommen. "Wir sind noch in der Vorprüfung", sagte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet auf Anfrage. Im Laufe der nächsten Woche wollten die Experten des Landes zu einem ersten Urteil gelangen.

Dietrich war zufrieden über die Ergebnisse

Wolfgang Dietrich, der Projektsprecher von Stuttgart21, wartet derweil ab, "solange die Landesregierung zu keiner einheitlichen Meinung gefunden hat". Dietrich war zufrieden über die Ergebnisse einer von der Bahn in Auftrag gegebenen neuen Meinungsumfrage zu Stuttgart21. Danach befürworten inzwischen 47 Prozent der Bürger im Land das Projekt, in Stuttgart sogar 54 Prozent. Eine gleichbleibende Zahl von 37 Prozent der Befragten lehne das Projekt ab. In Stuttgart habe die Zustimmung um fünf Prozent zugenommen, so Dietrich. "Wir liegen zum ersten Mal über der 50-Prozent-Marke." Dies führt der Projektsprecher auf die "breite und offene Information" zurück.

Die Zustimmung zu Stuttgart21 ist insbesondere bei den SPD-Anhängern gestiegen, von 38 auf 61 Prozent. Darüber dürfte sich SPD-Landeschef Nils Schmid freuen. Der Wirtschafts- und Finanzminister hält die Schlichtung zwar für gescheitert. Heiner Geißler warf er vor, "schönes Theater" zu machen, seine Kompromissidee sei "unausgegoren". Immerhin sei die Öffentlichkeit durch den Schlichtungsprozess aber besser über das Projekt informiert.




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