Stuttgart 21 Die Wege am Bahnhof ändern sich wieder

Die große Schalterhalle des Hauptbahnhofs ist gesperrt. Foto: red

Der Bau von Stuttgart 21 zwingt Reisende zu langen Umwegen. Nun hat die Bahn ohne Vorankündigung auch noch den bis vor kurzem zugänglichen Rest des Bonatzbaus gesperrt.

Stadtentwicklung/Infrastruktur : Christian Milankovic (mil)

Am Stuttgarter Hauptbahnhof sollen aktuell zahlreiche Plakate und auf den Boden geklebte Hinweise dafür sorgen, dass Reisende zwischen Baustellen und Schienenersatzverkehr nicht verloren gehen. Vergangene Woche ist ein weiteres dazugekommen. Die Bahn hat ohne Vorankündigung die große Schalterhalle gesperrt, den bisher letzten noch zugänglichen Bereich des Bonatzbaus. Sie stellte den kürzesten Weg von der Klett-Passage zum Fußgängertunnel dar, durch den Fahrgäste zu den Fern- und Regionalzügen gelangen.

 

Sperrung wegen Sanierung

„Temporäre Schließung der großen Schalterhalle“ steht auf dem Banner zu lesen, das an einem Bauzaun hängt, der den Zugang zum Bonatzbau versperrt. Die Bahn saniert das historische Empfangsgebäude parallel zum Neubau der Bahnsteighalle bei Stuttgart 21. Diese Umbauarbeiten sind auch ursächlich für die neue Wegeführung. Im Inneren schreiten die Abrissarbeiten voran.

In den zurückliegenden Wochen waren die Rolltreppen zwischen Schalter- und Querbahnsteighallen zurückgebaut worden. Lediglich der Unterbau der fest eingebauten Stufen war noch zu sehen. An dieser Stelle soll es künftig ebenerdig in Richtung der Verteilerstege der neuen Bahnsteighalle gehen.

Arbeiten haben 2019 begonnen

Die neuerlichen Beeinträchtigungen sollen – wenn die Arbeiten planmäßig verlaufen – vier Wochen andauern. Dann könnte die große Schalterhalle wieder für Passanten zur Verfügung stehen. Die in der Kritik stehenden langen Wege zu den Gleisen bleiben aber erhalten.

Die Bahn saniert seit 2019 den historischen Bonatzbau. Dabei bleibt außer den Außenmauern wenig stehen. In den Bereichen zwischen der großen Schalterhalle, dem Mittelausgang und der kleinen Schalterhalle entstehen neue Ladenflächen sowie darüber ein Hotel. Die ursprünglich veranschlagten Kosten von 250 Millionen Euro sind überholt. Aktuell geht die Bahn von Kosten in Höhe von rund 580 Millionen Euro aus.

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