Aber Baier und Köhler erzählen ohnehin in erster Linie die Geschichte des Protests, weshalb es auch Exkurse etwa ins Zeltlager der sogenannten Parkschützer gibt. Die Filmemacherinnen, die sich "Böller und Brot" nennen, verhehlen auch gar nicht, dass sie keinen Anspruch auf Objektivität legen: "Bei allen unseren Filmen arbeiten wir mit der Poesie und der Komik des Zufalls."

Ihr besonderes Interesse galt der Kommunikation der Schwaben untereinander. Daher gibt es immer wieder minutenlange Einstellungen von Menschen, die miteinander diskutieren. Zuschauer jenseits der Landesgrenzen werden mit Untertiteln auf dem Laufenden gehalten.

Nicht unparteiisch, aber unterhaltsam

Wer die Stuttgarter Konflikte verfolgt hat, wird viele Aufnahmen wiedererkennen, etwa das Training gewaltfreier Sitzblockaden oder die Auftritte Heiner Geißlers als Schlichter. In komprimierter Form aber bekommen Bilder und Aussagen naturgemäß eine neue Qualität. Außerdem schaffen die Autorinnen mit ihrer Montage immer wieder skurrile Momente. Ihr Werk ist vielleicht nicht unparteiisch, aber überraschend unterhaltsam.

Update Der für Dienstagabend (22.45 Uhr, ARD) vorgesehene Film "Alarm am Hauptbahnhof" wird wegen einer Programmänderung anlässlich des Todes von Loriot nun am Mittwoch (23.30 Uhr, ARD) gesendet.

Wiltrud Baier und Sigrun Köhler kommen zwar ohne jeden Kommentar aus, doch Szenen- und Musikauswahl lassen klare Sympathien erkennen: Zu den Bildern von den Abrissarbeiten erklingt Ennio Morricones Titelmelodie für den Italo-Western "Für ein paar Dollar mehr". Später greift die Musik des Films das Lied "Bella Ciao" auf, obligater Bestandteil jeder linken Protestbewegung.

Auch in den Wortbeiträgen schneiden die Befürworter des unterirdischen Bahnhofs nicht gut ab. Für den uninformierten Beobachter muss zwangsläufig der Eindruck entstehen, die Umbaufreunde hätten die schlechteren Argumente. Andererseits geben auch die beteiligten Politiker der damaligen Landesregierung (CDU/FDP) kein gutes Bild ab. 

Im Vordergrund steht die Geschichte des Protests

Aber Baier und Köhler erzählen ohnehin in erster Linie die Geschichte des Protests, weshalb es auch Exkurse etwa ins Zeltlager der sogenannten Parkschützer gibt. Die Filmemacherinnen, die sich "Böller und Brot" nennen, verhehlen auch gar nicht, dass sie keinen Anspruch auf Objektivität legen: "Bei allen unseren Filmen arbeiten wir mit der Poesie und der Komik des Zufalls."

Ihr besonderes Interesse galt der Kommunikation der Schwaben untereinander. Daher gibt es immer wieder minutenlange Einstellungen von Menschen, die miteinander diskutieren. Zuschauer jenseits der Landesgrenzen werden mit Untertiteln auf dem Laufenden gehalten.

Nicht unparteiisch, aber unterhaltsam

Wer die Stuttgarter Konflikte verfolgt hat, wird viele Aufnahmen wiedererkennen, etwa das Training gewaltfreier Sitzblockaden oder die Auftritte Heiner Geißlers als Schlichter. In komprimierter Form aber bekommen Bilder und Aussagen naturgemäß eine neue Qualität. Außerdem schaffen die Autorinnen mit ihrer Montage immer wieder skurrile Momente. Ihr Werk ist vielleicht nicht unparteiisch, aber überraschend unterhaltsam.

Update Der für Dienstagabend (22.45 Uhr, ARD) vorgesehene Film "Alarm am Hauptbahnhof" wird wegen einer Programmänderung anlässlich des Todes von Loriot nun am Mittwoch (23.30 Uhr, ARD) gesendet.