Stuttgart 21 Entrauchungswerke liegen vor allem unter der Erde

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Der Bezirksbeirat Nord stimmt den Entwürfen für zwei Entrauchungsanlagen für die Stuttgart 21-Tunnelbauarbeiten zu. Die Anlagen sollen im Bereich Wartberg und an der Heilbronner-/Mönchhaldenstraße stehen, größtenteils aber unterirdisch.

Für den Stuttgart 21-Tunnelbau müssen Entrauchungsanlagen installiert werden. Foto: dpa
Für den Stuttgart 21-Tunnelbau müssen Entrauchungsanlagen installiert werden. Foto: dpa

S-Nord - In Stuttgart-Nord plant die Bahn im Zuge von Stuttgart 21 zwei Entrauchungsbauwerke. Diese Infrastruktur ist nötig, damit im Falle eines Brandes die Tunnel und der Tiefbahnhof belüftet werden. Der Bezirksbeirat Nord informierte sich in seiner Sitzung am vergangenen Montag über die Planungen. „Für uns ist vor allem spannend, wo am Ende diese Bauwerke stehen“, sagte die Bezirksvorsteherin Andrea Krueger. Dazu stellte Ekkehard Lay, Projektleiter des Planfeststellungsabschnitts 1.5, die derzeitigen Entwürfe vor. Der Bezirksbeirat nahm die Ausführungen zustimmend zur Kenntnis.

Die erste Standortmöglichkeit für eines dieser Bauwerke wäre auf dem Grundstück des Seniorenheims Augustinum II am Killesberg gewesen. Die Anlage hätte sich nach den Planungen im Innenhof befunden. Schon vor einigen Jahren erschien der Standort in der Seniorenanlage der Stadt jedoch als ungeeignet. Deshalb wurde bereits damals ein alternativer Standort gefordert.

Augustinum bleibt eine Alternative

Augustinum bleibt eine Alternative

Nun plant die DB Projektbau GmbH das Entrauchungsbauwerk am sogenannten Zwischenangriff Prag (im Bereich der Wartberg). „Dieser muss ja ohnehin gebaut werden“, begründete Lay die Wahl dieses Ortes. Bisher ist dieser aber noch nicht endgültig genehmigt, das Eisenbahnbundesamt prüft derzeit noch den Antrag. Sollte das Amt den Antrag ablehnen, wovon Ekkehard Lay sowie ein Sprecher des S 21-Kommunikationsbüros nach derzeitigem Stand eher nicht ausgehen, wäre das Augustinum aber noch immer eine verbleibende Option. „Das ist offiziell noch genehmigt“, so der Sprecher.

Der Standort Heilbronner-/Mönchhaldenstraße hingegen steht fest. Ebenso wie am möglichen Standort Zwischenangriff Prag befindet sich dort der größte Teil der Anlage unterirdisch. „Was oben sichtbar ist, hat die Größe einer nebeneinander stehenden Doppelgarage“, sagte Lay.

Erste Bauarbeiten haben begonnen

Mit den ersten vorbereitenden Arbeiten hat die Bahn an dieser Stelle bereits begonnen. Anfang 2014 sollen der Aushub der Baugrube und der Schachtbau erfolgen. Diese Arbeiten dauern laut Ekkehard Lay voraussichtlich bis Mitte 2014. „Rund zwei bis drei Jahre bleibt die Baustelle dann zunächst so“, sagte Lay. Denn erst 2016 wird das Entrauchungsbauwerk erstellt. Allerdings sei die Stelle natürlich entsprechend gesichert.

Auch die Schule sieht den Bau ungern

Ebenso wie beim Standort Augustinum gab es auch an der Heilbronner Straße Stimmen, die den Bau kritisch sahen. So wehrten sich vor allem die Lehrer des Schulzentrums Nord gegen die Pläne der Bahn.

Die Bezirksbeirätin Bettina Bunk von der SPD-Fraktion sah es deshalb als problematisch an, dass die Stadt dem Augustinum entgegenkommen war. „Die Frage, die sich mir stellt, ist, ob auch bei der Schule über einen alternativen Standort nachgedacht wurde oder nicht“, merkte Bunk an. Auch wann die Schule informiert wurde, sei nicht ganz klar. Immerhin sei nun eine Stelle gewählt, an der unter Umständen mehrere tausend Schüler betroffen wären.

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