Bei seinem Auftritt in der Liederhalle hat sich Comedian Fabian Rommel über die neueste Verschiebung von Stuttgart 21 lustig gemacht – und ein Geständnis abgelegt.

Baden-Württemberg: Eberhard Wein (kew)

Wenn dieses Tempo mal die Deutsche Bahn hätte: Spontan hat Comedian Fabian Rommel die neueste Verschiebung der Eröffnung von Stuttgart 21 bei seinem Auftritt am Mittwochabend in der Stuttgarter Liederhalle thematisiert. Dabei verriet er auch ein peinliches Geheimnis.

 

Er dürfe ja eigentlich gar nicht meckern. Er habe damals bei der Volksabstimmung in seinem kleinen schwäbischen Dorf auch für Stuttgart 21 gestimmt, bekannte er. Rommel, der heute in Berlin lebt, stammt aus Holzbronn bei Calw.

Eigentlich will er gar kein Update mehr

„Frisch 18“ sei er damals gewesen – und am Wahltag außerdem noch „mega verkatert“ von irgendeiner Abifete. „Da hieß es, du musst jetzt für einen Bahnhof abstimmen. Fuck. Ja. Bahnhof klingt wichtig“, habe er gedacht. Dass er mit dieser Entscheidung gleich sein Leben zerstöre und eine ganze Generation traumatisiere, hätte er nicht erwartet.

Ein wenig sei S21 ja wie ein Schuldner, der immer wieder um neuen Aufschub bitte: „Gib mir bitte noch ein paar Monate, ein paar Monate brauch’ ich noch, und wir sind so die Gläubiger und erwarten das Geld gar nicht mehr und planen erstmal ohne.“ Eigentlich bräuchte die Bahn einen auch gar nicht mehr updaten. „Das eigentliche Eröffnungsdatum war noch so weit weg, dass ich mich noch gar nicht drauf freuen konnte schon. Und die also: Nee, das packen wir auch nicht.“

Ganz Stuttgart wird in Ulm rumhängen

Das Schlimmste an dem Ganzen sei der Umwegtunnel zu den Bahnsteigen. Von den Plakaten, die dort tapfer für S21 werben, fühle er sich geradezu verhöhnt. „Wenn der Bahnhof fertig ist, sparst du von Stuttgart nach Ulm 13 Minuten“, heiße es da. „Das lese ich, während ich 15 Minuten durch diesen Tunnel laufe. 13 Minuten! Das reicht nicht.“ Zwei Jahre habe er in dem Umwegtunnel schon verloren. „Wie oft muss ich da nach Ulm fahren, um das wieder reinzuholen?“, fragt der 32-Jährige und vermutet: „Wenn S21 fertig ist, hängen alle Stuttgarter nur noch in Ulm ab.“

Wobei er 13 Minuten sowieso für einen „schlechten Benefit“ halte. Die Deutsche Bahn komme im Schnitt 70 Minuten zu spät. Wenn sie dann nur noch 57 Minuten zu spät komme, verliere man sogar noch 20 Euro. Denn die Fahrgastentschädigung greift bekanntlich erst bei einer Verspätung von einer Stunde.