Stuttgart 21 FDP fürchtet Mehrkosten

Von mil 

Der bahnpolitische Experte der FDP-Bundestagsfraktion will unter Hinweis auf steigende Baupreise Klarheit über die tatsächlichen Kosten für Stuttgart 21 und die Neubaustrecke nach Ulm. Die Bahn verweist auf den Aufsichtsratsbeschluss von vor einem Jahr.

Die Stuttgart-21-Baustelle am Hauptbahnhof. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Die Stuttgart-21-Baustelle am Hauptbahnhof. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Der bahnpolitische Experte der FDP-Bundestagsfraktion, Christian Jung, hat im Nachgang des Krisengesprächs zwischen der Spitze der Deutschen Bahn und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die Befürchtung geäußert, bei Stuttgart 21 und der Neubaustrecker nach Ulm könnte das Ende der Kostensteigerungen noch nicht erreicht sein. „Wir wollen wissen, wie sich die Kosten für Stuttgart 21 und die Schnellfahrstrecke Wendlingen-Ulm entwickelt haben. Die bisherigen Informationen dazu sind beunruhigend“, erklärte der Liberale aus dem Wahlkreis Karlsruhe-Land. Auf Nachfrage verweist er auf die allgemeine Baupreisteigerung, die nichts Gutes erwarten lasse. Er verlangt von der Bahn aber auch von der Bundesregierung Klarheit über den wahren Kostenstand beim Bahnprojekt Stuttgart-Ulm. Jung kündigte für Mittwoch einen entsprechenden Vorstoß in der Befragung der Bundesregierung an.

Abstriche am Projekt abgelehnt

Gleichzeitig lehnt Jung Abstriche oder gar den Ausstieg aus dem Projekt ab. Unwägbarkeiten gibt es im Bereich rund um den Flughafen, wo die Arbeiten noch nicht beauftragt worden sind – und daher auch noch keine Klarheit über die tatsächlichen Preise herrschen kann. Gerade dort will Jung aber nicht das Vorhaben beschneiden. „Wenn schon, dann muss man das dort richtig machen. Schließlich soll auch der badische Landesteil gut an den Flughafen angebunden sein“. Derzeit sei es aus der Rheinebene noch geschickter, per Bahn den Flughafen in Frankfurt am Main anzusteuern.

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Bei der für Stuttgart 21 und die Neubaustrecke zuständigen Projektgesellschaft verweist man auf den Aufsichtsratsbeschluss von vor einem Jahr, als der Finanzierungsrahmen für den neuen Stuttgarter Bahnknoten auf 8,2 Milliarden Euro angehoben wurde. Daran habe sich nichts geändert, so ein Projektsprecher auf Anfrage.