Stuttgart 21 Gegner von S 21 sehen sich vom OB ausgebremst

Von Konstantin Schwarz 

Eine Woche vor der ersten öffentlichen Runde im Rathaus zum Bahnprojekt Stuttgart 21 haben die Experten der Gegner noch keine Einladung erhalten.

Heiner Geißler wollte den Streit um das Bahnprojekt Stuttgart 21 schlichten. Das ist ihm nicht gelungen. Nun soll es im Rathaus erneut eine Anhörung geben. Foto: dpa
Heiner Geißler wollte den Streit um das Bahnprojekt Stuttgart 21 schlichten. Das ist ihm nicht gelungen. Nun soll es im Rathaus erneut eine Anhörung geben. Foto: dpa

Stuttgart - Am Mittwoch, 26. Oktober, sollte im Rathaus in größerer Runde über das Bahnprojekt Stuttgart 21 diskutiert werden. Dabei sollte auch die Gegnerseite Experten stellen können. Doch OB Fritz Kuhn (Grüne) hat laut der Gemeinderatsfraktion SÖS/Linke-plus erst jetzt die Tagesordnung für diese erste von zwei Veranstaltungen verschickt. Die Kritiker hätten bisher keine Einladung erhalten.

„Es ist ein Unding, dass wir gerade einmal eine Woche vor der erste Sitzung erfahren, was auf der Tagesordnung steht“, sagt Fraktionsvorsitzender Thomas Adler. Auf die vor Wochen eingereichten Vorschläge der S-21-Gegner habe Kuhn nicht reagiert. Skandalös sei, dass sie noch nicht einmal eine Einladung zur Präsentation erhalten hätten. Co-Vorsitzender Hannes Rockenbauch (SÖS) befürchtet „eine Show-Veranstaltung, aus der niemand einen Erkenntnisgewinn ziehen kann“.

Kuhn, so die weitere Kritik der Fraktion am OB, halte die Öffentlichkeit bei den Brandschutzunterlagen zum neuen Hauptbahnhof „an der kurzen Leine“. Eine mündliche Zusage des Bürgermeisters Martin Schairer (CDU) auf Akteneinsicht sei zurückgezogen worden. „Der OB gewährt uns keine Akteneinsicht, obwohl er es könnte“, sagt Rockenbauch. Bei der Stadt habe offensichtlich niemand ein Interesse daran, Stuttgart 21 kritisch zu begleiten. „Es wird versucht, die Kritiker kalt zu stellen“, so Rockenbauch.

Die Deutsche Bahn AG wolle das Brandschutzkonzept nicht veröffentlichen, weil sie darin eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit sehe. „Wir sehen das so, dass das eigentliche Sicherheitsrisiko die Tunnel und der unterirdischeBahnhof sind, nicht die Basisdaten für das Brandschutzkonzept“, sagt Thomas Adler.