Mit der teilweisen Freigabe des Gleis 10 am Stuttgarter Hauptbahnhof sind auch Lösungen hinfällig, bei denen einzelne Regionalzüge gestrichen worden wären. Der Verkehrsclub Deutschland fordert, von solchen Überlegungen auch während der Bauzeit von Stuttgart 21 endgültig Abstand zu nehmen.

Stuttgart - Der Zugverkehr im Hauptbahnhof soll sich laut Bahn nach der beschränkten Freigabe von Gleis 10 Anfang nächster Woche wieder normalisieren. „Wir wissen aber noch nicht, ob das schon am Montag oder erst am Dienstag der Fall sein wird“, sagte ein Bahn-Sprecher. Das Gleis 10 werde dann vor allem von ICEs und dem französischen TGV benutzt.

 

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat die beschränkte Freigabe von Gleis 10 erfreut zur Kenntnis genommen. „Damit braucht die Bahn kein Entlastungskonzept mehr, das Einschnitte bei den Regionalzügen vorgesehen hat“, erklärte der VCD-Landesvorsitzende Matthias Lieb. Man habe sich über solche Lösungsvorschläge, mit denen die Misere im S-Bahn-Verkehr behoben werden solle, gewundert. Das Konzept der Bahn habe unter anderem vorgesehen, den RE 19310 von Ulm nach Stuttgart morgens um 7.28 Uhr in Esslingen enden zu lassen. „Dann müssten rund 350 Fahrgäste dort in eine bereits volle S-Bahn umsteigen“, so Lieb. In den vergangenen Jahren seien die Fahrgastzahlen bei den Regionalzügen um 40 Prozent gestiegen. „Wer deshalb dort Streichungen fordert, hat keine Ahnung davon, wie voll diese Züge sind.“ Laut VCD muss das Entlastungskonzept der Bahn deshalb endgültig vom Tisch. „Es darf bei den in den Sommermonaten noch anstehenden Umbauarbeiten auf dem Gleisvorfeld keinesfalls wieder aus der Schublade geholt werden.“