Stuttgart 21 Hermann: "Bahn spielt Spielchen"

Von SIR/dpa/dapd 

Während die Proteste nicht abreißen, wird der Ton zwischen Bahn und Landesregierung schärfer.

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und Bahnchef Rüdiger Grube (rechts) beim Treffen des Lekungskreises am vergangenen Freitag. Foto: dpa
Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und Bahnchef Rüdiger Grube (rechts) beim Treffen des Lekungskreises am vergangenen Freitag. Foto: dpa

Stuttgart- Etwa 50 Stuttgart-21-Gegner haben am Donnerstagmorgen wie an den Tagen zuvor die Baustellenzufahrt am Grundwassermanagement im Schlossgarten blockiert. Wie die Polizei mitteilte, ließen sich 25 Blockierer von guten Worten nicht überzeugen und mussten von den Beamten weggetragen werden. Um 8.30 Uhr war die Baustellenzufahrt frei - bis dahin musste die Straße Am Schlossgarten gesperrt werden.

Indes wird der Ton zwischen der Bahn und der Landesregierung immer schärfer: Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) warf der Deutschen Bahn vor, sich nicht an Absprachen aus der Schlichtung zu halten. Das Unternehmen verschleiere nach wie vor Zahlen, sagte Hermann am Donnerstag im Südwestrundfunk (SWR). Die Bahn provoziere mit dem Weiterbau und vermittle der Bevölkerung die Haltung „Das war alles ein Spielchen, was wir da betrieben haben“.

Hermann weist Dietrichs Vorwurf zurück

Am Mittwoch hatte der Stuttgart-21-Sprecher Wolfgang Dietrich die Landesregierung scharf dafür kritisiert, dass ein Gutachten zum Grundwassermanagement im Lenkungskreis nicht thematisiert, sondern anschließend über die Presse bekannt geworden sei. Hermann wies die Kritik zurück und sagte, dass er das Gutachten im Lenkungskreis angesprochen habe, es aber niemanden interessiert habe. „Ich habe das ausdrücklich angesprochen und dann ist dort schon gesagt worden, das müssen wir nicht wirklich ernst nehmen, die Genehmigung sei gültig.“

Trotz der Kritik der Stuttgart-21-Gegner an der passiven Haltung der Landesregierung gegenüber der Bahn rechnet Hermann nicht damit, dass Grün-Rot den Zorn der Bürger abbekommt. „Die Protestbewegung kann sehr gut unterscheiden, wer für was verantwortlich ist und wer was tun kann“, sagte Hermann am Donnerstag im SWR.

Die Bahn hatte den von der grün-roten Landesregierung geforderten Baustopp bis zum Volksentscheid im Herbst abgelehnt. Die Ergebnisse des entscheidenden Stresstests der Leistungsfähigkeit des geplanten neuen Bahnhofs sollen am 11. Juli präsentiert werden.