Stuttgart 21 Kritik an der Projektplanung

Von StZ 

Bei der Montagsdemo sorgte die bei dem Ex-Richter Dieter Reicherter durchgeführte Hausdurchsuchung für Aufregung. Reicherter sagte, dass die Staatsanwaltschaft „Zugang zu vielen von euch stammenden Unterlagen hat“. Schließlich sei sein Computer beschlagnahmt worden.

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Stuttgart - Zündstoff hat es auch bei der 131. Montagsdemonstration gegen Stuttgart 21 gegeben, zu der nach Veranstalterangaben etwa 3000 Teilnehmer kamen (1900 Demonstranten waren es laut der Polizei). Dabei sprach der Bahnexperte Karl-Dieter Bodack von Stuttgart „auf gutem Wege zur Skandalhauptstadt Deutschlands“. Er kritisierte im Blick auf die Debatte über das Grundwassermanagement die Projektplaner, deren Arbeit zu einem wesentlichen Teil aus „Ignorieren, Geheimhalten, Falschbehaupten, Unsinnig-Prognostizieren“ bestehe. Er monierte, dass in den Verträgen „das Allerwichtigste“ fehle: „Die Verpflichtung der DB, die Bahnanlagen irgendwann fertig zu stellen“, und weil die Bahn „am Planen und Bauen gut verdient“, werde sie dies „weitere 20 Jahre pflegen“. Dabei, fügte Bodack an, „lassen sich für 4500 Millionen Euro nie und nimmer Bahnanlagen mit heutigem Qualitätsniveau unterirdisch bauen“.

Für Gesprächsstoff sorgte auch die bei dem Vorsitzenden Richter a. D. am Landgericht, Dieter Reicherter, durchgeführte Hausdurchsuchung . Auch er sprach zu den Projektgegnern und erklärte, dass die Oberstaatsanwaltschaft „jetzt Zugang zu vielen von euch stammenden Unterlagen hat“. Schließlich sei sein Computer beschlagnahmt worden.