Stuttgart 21 Langes Warten auf den Wohnungsbau
Die Stadtverwaltung muss den Bürgern erläutern, warum diese beim Wohnungsbau auf dem S-21-Gelände mit einer langen Wartezeit rechnen müssen, sagt Redakteur Konstantin Schwarz.
Die Stadtverwaltung muss den Bürgern erläutern, warum diese beim Wohnungsbau auf dem S-21-Gelände mit einer langen Wartezeit rechnen müssen, sagt Redakteur Konstantin Schwarz.
Stuttgart - Die Macher und Befürworter des Großprojekts Stuttgart 21 erlebten am Donnerstag ein Wechselbad der Gefühle. Am Flughafen wird es nun, nach der endgültigen Weichenstellung des Bundesverwaltungsgerichts, mit dem Bau von Strecke und Bahnhof vorangehen. Vielleicht kann der angespannte Zeitplan für das Milliardenvorhaben doch gehalten werden. Die Inbetriebnahme ist für Dezember 2025 vorgesehen.
Im Talkessel dagegen gibt es beim Wohnungsbau einen herben Rückschlag. Wer darauf gesetzt hatte, dass 85 Hektar nicht mehr benötigter Gleisflächen wie bisher kommuniziert in diesem Jahrzehnt bebaut werden könnten, und wer bald auf viele neue Wohnungen auch im preiswerten Segment hoffte, sieht sich getäuscht.
Stuttgart 21 war immer auch ein Städtebauprojekt. Mit der Bürgerbeteiligung zum Rosensteinviertel und dem 2019 entschiedenen Planungswettbewerb sollte Dynamik entstehen. Die Vorstellung, wegen langwieriger Verfahren nun erst 2035 oder 2037 ins Bauen zu kommen, lähmt. Natürlich muss die Verwaltung versuchen, die rechtlichen Schritte und den Gleisabbau zu beschleunigen. Das geht nur mit der Bahn – und könnte teuer werden.
Darüber hinaus muss OB Kuhn den Bürgern erklären, warum die Hemmnisse zum raschen Wohnungsbau erst jetzt und nur verklausuliert ausgesprochen werden. Das Thema sei „sensibel“ heißt es im Rathaus. Das mag sein, doch umso mehr braucht es die fundierte Erläuterung und das Aufzeigen von Lösungen.