Mit der teilweisen Freigabe des Gleis 10 am Stuttgarter Hauptbahnhof sind auch Lösungen hinfällig, bei denen einzelne Regionalzüge gestrichen worden wären. Der Verkehrsclub Deutschland fordert, von solchen Überlegungen auch während der Bauzeit von Stuttgart 21 endgültig Abstand zu nehmen.

Stuttgart - Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat die beschränkte Freigabe von Gleis 10 auf dem Hauptbahnhof erfreut zur Kenntnis genommen. „Damit ist das Entlastungskonzept der Bahn, das Einschnitte bei den Regionalzügen vorgesehen hat, obsolet“, erklärte der VCD-Landesvorsitzende Matthias Lieb. Man habe sich über solche angeblichen Lösungsvorschläge, denen die Misere im S-Bahn-Verkehr behoben werden sollte, sehr gewundert. Das Entlastungskonzept der Bahn habe unter anderem vorgesehen, den RE 19310 von Ulm nach Stuttgart morgens um 7.28 Uhr in Esslingen enden zu lassen. „Dann müssten 350 Fahrgäste dort in eine bereits volle S-Bahn umsteigen“, wundert sich Lieb.

In den vergangenen Jahren seien die Fahrgastzahlen bei den Regionalzügen um 40 Prozent gestiegen. „Wer deshalb Streichungen im Regionalverkehr fordert, hat keine Ahnung davon, wie voll diese Züge sind.“ Lieb widersprach damit Forderungen des CDU-Regionalpolitikers Rainer Ganske, der verlangt hatte, „schlecht ausgelastete Fern- und Regionalzüge“ zu streichen. „Es gibt im Berufsverkehr keine schlecht ausgelasteten Regionalzüge nach Stuttgart“, so Lieb. Für den VCD-Landesvorsitzenden muss das Entlastungskonzept der Bahn deshalb endgültig vom Tisch. „Es darf bei den in den Sommermonaten noch anstehenden Umbauarbeiten auf dem Gleisvorfeld keinesfalls wieder aus der Schublade geholt werden.“