Stuttgart 21 Schmiedel steht unter Beschuss

Von dpa 

Über Stuttgart 21 liegt Gottes Segen - für diese Aussage muss SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel Kritik aus den eigenen Reihen einstecken.

Claus Schmiedel steht für seine Äußerungen in der Kritik. Foto: dpa
Claus Schmiedel steht für seine Äußerungen in der Kritik. Foto: dpa

Stuttgart - Über dem Bahnprojekt Stuttgart 21 liegt Gottes Segen - für diese Aussage muss SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel heftige Kritik aus den eigenen Reihen einstecken. SPD-Landesvize Leni Breymaier nannte die Äußerungen Schmiedels bei einer Stuttgart-21-Kundgebung Ende August „unglücklich und nicht witzig“. „Wenn man schon höhere Mächte für ein Bahnprojekt in Anspruch nehmen muss, kann es mit den Befürwortern von Stuttgart 21 nicht weit her sein“, sagte Breymaier am Mittwoch. Dagegen verteidigte Protestant Schmiedel seine Aussagen, die zuerst vom „Gesprächskreis Christen und SPD“ kritisiert worden waren.

In einer Mitteilung der Gruppierung, die unter anderem vom ehemaligen SPD-Landeschef Erhard Eppler und dem Wissenschaftler und früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Ernst-Ulrich von Weizsäcker unterschrieben ist, heißt es: „Eine demokratische Auseinandersetzung kann kein Kampf zwischen Gut und Böse sein.“ Immer wenn Politiker Gottes Willen mit dem ihren verwechselten, sei Unheil entstanden. Die Unterzeichner fügen hinzu: „Der Versuchung, politische Sachkonflikte religiös aufzuladen, haben in letzter Zeit sogar die meisten CDU-Leute widerstanden. Muss nun ein Sozialdemokrat wieder damit anfangen?“

Menschliche Überheblichkeit

Schmiedel betonte, seine Aussage sei eine Reaktion auf die Gruppierung „Pfarrer gegen Stuttgart 21“, die versucht habe, die Stuttgart-21-Befürworter mit religiösen Argumenten zu diskreditieren. Diese hätten Stuttgart 21 als Projekt der menschlichen Überheblichkeit und als unchristliches Vorhaben dargestellt. „Das finde ich eine ziemlich Anmaßung“, sagte Schmiedel. In dem Kontext der moralischen Verurteilung der Stuttgart-21-Sympathisanten sei seine Äußerung zu sehen: „Wir sind die Guten.“ Er wolle sich nicht gefallen lassen, sich als Befürworter eines Tiefbahnhofes moralisch in ein schlechtes Licht stellen zu lassen.

In der Fraktion ernte er für seine Äußerungen keine ernsthafte Kritik, lediglich ironische Bemerkungen, sagte der Sozialdemokrat.