Stuttgart 21 Spekulation über immer höhere Kosten

Der Bahn-Vorstand  wird am Mittwoch, wie schon in den vergangenen Jahren auch, eine aktualisierte Chancen- und Risikoanalyse  für das Milliardenprojekt vorlegen. Wie die Geschichte des Projekts begann, sehen Sie in der folgenden Bilderstrecke. Foto: dpa 23 Bilder
Der Bahn-Vorstand wird am Mittwoch, wie schon in den vergangenen Jahren auch, eine aktualisierte Chancen- und Risikoanalyse für das Milliardenprojekt vorlegen. Wie die Geschichte des Projekts begann, sehen Sie in der folgenden Bilderstrecke. Foto: dpa

Seit Tagen wird bundesweit über die Höhe der vermeintlichen Mehrkosten für Stuttgart 21 spekuliert. Am Mittwoch tagt der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn, um den Kosten- und Zeitplan des Milliardenprojekts unter die Lupe zu nehmen.

Stuttgart - Am Mittwoch tagt im Tower am Potsdamer Platz der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn, um den Kosten- und Zeitplan des Milliardenprojekts Stuttgart 21 unter die Lupe zu nehmen. Im Vorfeld dieses Treffens wird seit Tagen bundesweit über die Höhe der vermeintlichen Mehrkosten spekuliert, die der Bahn-Technikvorstand Volker Kefer dort angeblich vortragen wird. So hat etwa der Hörfunksender HR-Info Mitte der Wochen Kosten von sechs Milliarden Euro vermeldet und sich dabei auf einen Bahn-Mitarbeiter berufen. Der „Tagesspiegel“ wiederum zitiert aus einem Gutachten und nennt Gesamtkosten von bis zu zehn Milliarden Euro.

Spekuliert wird zwischenzeitlich zudem auch darüber, dass den insgesamt 20 Kontrolleuren aus Politik, Gewerkschaft, Industrie und dem Finanzsektor bei dem Treffen ein möglicher Ausstieg aus Stuttgart 21 vorgerechnet wird. Offizielle Stellungnahmen gibt es im Vorfeld des Treffens allerdings weder von der Bahn noch aus Kreisen des Aufsichtsrats selbst. Bekannt ist dagegen, dass Technikvorstand Kefer am Mittwoch ein Sechspunkteprogramm zur Kostensenkung vorstellen wird, mit dessen Durchführung Anfang des Jahres die Unternehmensberatung McKinsey beauftragt wurde. Unter anderem soll dabei eine effizientere Projektstruktur mit einer zusätzlichen Führungsebene installiert werden. Um das Sparprogramm umzusetzen und auch neue Strukturen zu schaffen, braucht die Bahn die Zustimmung des Aufsichtsrats. Zudem wird der Bahn-Vorstand wie schon in den vergangenen Jahren auch eine aktualisierte Chancen- und Risikoanalyse für das Milliardenprojekt vorlegen.

Neu zu bewerten ist dabei unter anderem der gesamte Filderabschnitt, bei dem die Bahn weit hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurückliegt – was auch die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 um weitere Jahre verzögern könnte. Zudem rechnet die Bahn laut einer Machbarkeitsstudie alleine in diesem Abschnitt mit 250 Millionen Euro Mehrkosten, falls die derzeit diskutierte Variante mit einem veränderten Flughafenbahnhof gebaut werden soll.

Sowohl das Land Baden-Württemberg als auch die Projektpartner Stadt und Region Stuttgart lehnen es bisher ab, sich an möglichen Mehrkosten über ihren festen Anteil hinaus zu beteiligen. Um den Kostendeckel von 4,526 Milliarden Euro halten zu können, will Technikvorstand Kefer daher offenbar vorschlagen, dass die Bahn jene Mehrkosten selber trägt, die durch eigene Planungsfehler verursacht wurden. Laut Bahnchef Rüdiger Grube rechnet sich das Projekt betriebswirtschaftlich bis zu Kosten von 4,7 Milliarden Euro. Darüber hinaus würde die Bahn Verluste erzielen.

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