Stuttgart 21 und die Folgen Die Durststrecke für die Gäubahn ist zu lang
Die Gäubahn braucht eine Lösung. Sie darf nicht über zehn Jahre oder noch länger von der Stuttgarter City abgehängt werden.
Die Gäubahn braucht eine Lösung. Sie darf nicht über zehn Jahre oder noch länger von der Stuttgarter City abgehängt werden.
Stuttgart. - Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla verbreitete am Freitag nach der Sitzung des S-21-Lenkungskreises Zuversicht: großer Baufortschritt allenthalben, die Strecke Wendlingen–Ulm von Ende 2022 an und Stuttgart 21 ab Ende 2025 samt Digitalausstattung in Betrieb, der Planungsschwenk beim Flughafenanschluss für die Gäubahn in Sicht. Für Rückfragen stand er nicht zur Verfügung, der nächste Termin des Managers drängte.
Dabei gibt es einigen Grund, Fragen zu stellen und Verbesserungen zu fordern. Der Gäubahntunnel zum Flughafen ist eine absehbare. Aber mit Stuttgart 21 wird die Bahn nicht nur viel neue Infrastruktur ans Netz bringen, sie wird mit der Gäubahn eine wichtige Zulaufstrecke erst einmal abhängen. Und das auf völlig unbestimmte Zeit.
Zehn, vielleicht auch mehr Jahre lang werden Gäubahnreisende aus Richtung Zürich/Singen/Rottweil und Freudenstadt gezwungen sein, an den Vororthalten in Stuttgart-Vaihingen oder dem Nordbahnhof auf S- und Stadtbahnen umzusteigen. Das ist das Gegenteil von Verkehrswende, ein Albtraum.
Man müsse eben leider in Kauf nehmen, dass es diese Unterbrechung gebe, sagt Regionalpräsident Thomas Bopp. Muss man das? Nein, würde dieser Umstieg Autofahrern zugemutet werden, würde Bopp längst Zeter und Mordio schreien. Der Verkehrsclub Deutschland schlägt vor, die Gäubahn, nach Darstellung des VCD von den sieben nach Stuttgart führenden Eisenbahnstrecken die drittwichtigste, weiter in die City zu lenken. Das wäre mit vergleichsweise geringem Aufwand möglich. Die überlange Durststrecke bis zur Fertigstellung des neuen Anschlusses über den Flughafen ließe sich verkürzen. Darüber sollten die S-21-Partner ins Gespräch kommen.