S21: Verlegung des Stadtbahntunnels Rohre müssen Stadtbahntunnel weichen

Von Markus Heffner 

Anfang Mai wird an der Heilbronner Straße im Bereich der alten Bahndirektion die erste große Baugrube für die Verlegung des Stadtbahntunnels und die neue Teilstrecke der Stadtbahnlinie U 12 eingerichtet.

Vor der alten Bahndirektion werden derzeit Rohre verlegt. Ende März waren vom Ausgang der Arnulf-Klett-Passage bis hin zur Verkehrsinsel an der Friedrichstraße bereits oberirdisch Fernwärmeleitungen installiert worden - Bilder dieser Bauarbeiten sehen Sie in der Fotostrecke.  Foto: Michael Steinert 10 Bilder
Vor der alten Bahndirektion werden derzeit Rohre verlegt. Ende März waren vom Ausgang der Arnulf-Klett-Passage bis hin zur Verkehrsinsel an der Friedrichstraße bereits oberirdisch Fernwärmeleitungen installiert worden - Bilder dieser Bauarbeiten sehen Sie in der Fotostrecke. Foto: Michael Steinert

Stuttgart - Anfang Mai wird an der Heilbronner Straße im Bereich der alten Bahndirektion die erste große Baugrube für die Verlegung des Stadtbahntunnels und die neue Teilstrecke der Stadtbahnlinie U 12 eingerichtet. Zuvor muss die Energie Baden-Württemberg (EnBW) noch die restlichen Fernwärmeleitungen über der Straße installieren, zuletzt haben sich die schwarzen Rohre in fast sechs Metern Höhe über die große Kreuzung auf das Hotel Graf Zeppelin zugeschoben. In spätestens zwei Wochen soll die oberirdische Abzweigung dann an das unterirdische Fernwärmenetz des Energieversorgers angeschlossen sein.

Eingerichtet werden muss die provisorische Freileitungstrasse zwischen Heilbronner Straße und Friedrichstraße, weil die bisherigen Rohrleitungen der EnBW mitten im erweiterten Baufeld von Stuttgart 21 liegen. Um Platz für den neuen Fernbahntunnel aus dem Norden zu schaffen, müssen die jetzigen Stadtbahnröhren zwischen Hauptbahnhof und Türlenstraße etwas tiefer gelegt und vor allem in Richtung Kriegsberg verrückt werden. Gleichzeitig bauen die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) in diesem Bereich ein neues Teilstück für die Stadtbahnlinie U 12, die künftig vom Hauptbahnhof aus durch den etwa 500 Meter langen Tunnelabschnitt fahren und dann abzweigen und ins Europaviertel einschwenken wird.

Stadtbahntechnischer Ausbau soll 2016 abgeschlossen sein

Teile der neuen U-12-Trasse, die von der Innenstadt aus weiter in Richtung Hallschlag führt, sind im Bereich der neuen Stadtbibliothek bereits verlegt worden. Die Abzweigung von der sogenannten Stammstrecke kostet nach bisheriger Kalkulation 22,4 Millionen Euro, die über Zuwendungen nach dem Entflechtungsgesetz (GVFG) finanziert werden. Sämtliche Mehrkosten, sofern sie nicht GVFG-fähig sind, trägt laut Vertrag die Deutsche Bahn.

Für die Arbeiten an den neuen Tunnelröhren zwischen dem Hauptbahnhof und der Haltestelle Stadtbibliothek soll nun Anfang Mai die Baugrube vor der alten Bahndirektion geöffnet werden. Laut SSB werden die bergmännischen Arbeiten für den Tunnelvortrieb von dort aus und in einem zweiten Arbeitsschritt das Betonieren der Innenschale etwa ein Jahr dauern. Anschließend folgt der stadtbahntechnische Ausbau, der dann Anfang 2016 abgeschlossen sein soll.

Da sich der Anschluss der neuen Tunnelröhren an die alte Stadtbahnstrecke in der Heilbronner Straße nicht unterirdisch herstellen lässt, müssen für drei Jahre zwei offene Baugruben eingerichtet werden. Die eine liegt im Kreuzungsbereich Kriegsbergstraße, Heilbronner Straße, Friedrichstraße und Arnulf-Klett-Platz. Die zweite große Baugrube wird auf der Heilbronner Straße zwischen Geno-Haus und Handwerkskammer eingerichtet. Um während der Bauzeit weiterhin sämtliche Fahrspuren nutzen zu können, müssen diese teilweise verschwenkt werden. Erste Änderungen in der Verkehrsführung auf der Heilbronner Straße wurden bereits vorgenommen.