Stuttgart 21 Was die Bahn beim Grundwassermanagement vorhat

Von Markus Heffner 

Tag zwei der zweiten Erörterung zu Stuttgart 21: Die Sachverständigen der Bahn haben noch einmal erläutert, was sie beim Grundwassermanagement anders machen wollen als bisher geplant. Dieses "interstationäre Strömungsmodell" ist nicht unumstritten.

Nachdem am ersten Tag des Erörterungsverfahrens die Formalien geklärt werden sollten, soll es am zweiten Tag nun inhaltlich werden. Foto: Heinz Heiss 8 Bilder
Nachdem am ersten Tag des Erörterungsverfahrens die Formalien geklärt werden sollten, soll es am zweiten Tag nun inhaltlich werden. Foto: Heinz Heiss

Stuttgart - Am zweiten Tag der Erörterungsverhandlung im Kongresszentrum der Landesmesse haben die Sachverständigen der Deutschen Bahn zu Beginn noch einmal die von ihr vorgelegte Änderungsplanung für das Grundwassermanagement von Stuttgart 21 erläutert. Unter anderem wurde das so genannte interstationäre Strömungsmodell vorgestellt, mit dem die Bahn bei ihrer Planung mögliche Auswirkungen auf den Boden, die Heil- und Mineralquellen sowie die Geologie prognostiziert, die auftreten könnten, wenn 6,8 statt wie ursprünglich geplant rund drei Millionen Kubikmeter Grundwasser abgepumpt werden müssen.

In einzelnen Gruben im Mittleren Schlossgarten muss das Grundwasser für den Bau des Tiefbahnhofs um bis zu zwölf Meter abgesenkt werden, um den Rohbau im Trockenen betonieren zu können. Für die Verlegung des so genannten Nesenbach-Dükers muss der Grundwasserpegel laut Planfeststellungsunterlagen sogar um 15 Meter abgesenkt werden. Die Experten des Naturschutzverbandes BUND werfen der Bahn vor, dass das Modell auf unzureichenden Daten und zu wenigen Probebohrungen basiert.

Die Methodik sei völlig ungeeignet, so der Regionalgeschäftsführer Gerhard Pfeifer, um damit Gefahren und Risiken vorhersehen zu können. Die Bahn wisse schlicht nicht, was im Untergrund passiert und ob etwa die Mineralquellen Schaden nehmen, weil Grundwasser eintritt.