Stuttgart-Asemwald Asemwalds erste Konfirmation

Von  

Am 21. Mai findet das Fest in Asemwald zum ersten und vorerst vielleicht letzten Mal statt. Wie das kommt und welche Probleme eine solche erste Konfirmation mitsichbringt.

Die Konfirmanden Oliver Holoch (v. l.), Florian Brixner, Amelie Flad und Sarina Hauffe mit Foto: Lichtgut/Rettig
Die Konfirmanden Oliver Holoch (v. l.), Florian Brixner, Amelie Flad und Sarina Hauffe mit Foto: Lichtgut/Rettig

Stuttgart - Etwas versteckt zwischen den drei Hochhäusern in Asemwald befindet sich das ökumenische Gemeindezentrum. Links davon: der katholische Kindergarten. Rechts davon: der evangelische Kindergarten. Daran angeschlossen: die evangelische Kapelle. Der Ort, an dem am 21. Mai zum ersten Mal in Asemwald eine Konfirmation gefeiert werden soll.

„Die Feier ist für mich natürlich etwas Außergewöhnliches. Man hat ja nicht jeden Tag Konfirmation. Dass wir hier die Ersten sind, bedeutet mir aber eigentlich nichts“, sagt Oliver Holoch, während er sich auf einen Stuhl setzt. Die Pfarrerin und die drei anderen Konfirmanden Amelie Flad, Florian Brixner und Sarina Hauffe haben auf ihn gewartet. Er ist zu spät. Der Grund: Bislang hat der Unterricht um 15.30 Uhr angefangen, ab diesem Mittwochnachmittag schon eine Viertelstunde früher.

„Nach den Osterferien klappt das hoffentlich wieder mit der Pünktlichkeit“, kommentiert Pfarrerin Claudia Weyh lachend. Nach den Osterferien bedeutet für die Jugendlichen aber auch: Endspurt bis zur Konfirmation. „Ich bin gespannt, ob alles funktionieren wird“, sagt Weyh. „Die Konfirmanden werden Teil der Feier sein und selbst Texte vortragen. Wenn man nur zu viert ist, hat man keine Möglichkeit, sich vor den Gästen zu verstecken.“

Wenige Kirchenmitglieder in Asemwald

Auch wenn die Jugendlichen für diese Premiere nicht wirklich ein Gefühl zu haben scheinen – für die Pfarrerin ist diese erste Feier etwas Besonderes. „Ich habe schon viele Konfirmationen gefeiert. Es dürften zwischen 20 bis 25 gewesen sein“, sagt Claudia Weyh, die die Kirchengemeinde Asemwald-Schönberg seit 2012 betreut. „Das Schöne an dieser Konfirmation ist, dass sie in einem kleinen, geschützten Raum stattfindet. Dazukommt, dass die Kinder nun zum ersten Mal ihre Konfirmation dort feiern können, wo sie auch aufgewachsen sind und leben“, ergänzt Weyh.

Konfirmanden hat es in Asemwald schon immer gegeben. Bislang wurden diese jedoch in anderen Gemeinden konfirmiert. So zum Beispiel die große Schwester von Sarina, deren Konfirmation vor zwei Jahren in Plieningen gefeiert wurde. Vor allem ihre Mutter würde sich freuen, dass sie zu diesen ersten Konfirmanden in Asemwald zähle, sagt Sarina. Weyh zufolge gibt es in Asemwald etwa 500 Kirchenmitglieder – 300 von ihnen sind Katholiken. „Viele hier in Asemwald sind aus der Kirche ausgetreten“, fügt sie hinzu.

Die Frage, warum es ausgerechnet in diesem Jahr eine erste Konfirmation gibt, lässt sich einfach beantworten: Zum ersten Mal gibt es hier vier Konfirmanden auf einmal. „Ein starker Jahrgang“, wie Weyh sagt. Klar, dass eine solche erste Konfirmation auch Herausforderungen mit sich bringt. „Es ist vor allem die Raumfrage, die uns beschäftigt“, sagt die Pfarrerin. Wer die Kapelle betritt, weiß sofort, wovon sie spricht.

Sitzplätze für die Konfirmation werden teilweise verlost

Der Altar: etwa anderthalb Meter breit, nicht einmal einen Meter tief und in unmittelbarer Nähe zur ersten bestuhlten Reihe. Der Platz für Besucher ist auf etwa 80 Stühle ausgelegt. Auch wenn es das ökumenische Gemeindezentrum schon von Anfang an in Asemwald gegeben hat, die Kapelle wurde 1998 erst nachträglich angebaut – ebenfalls aus einem einfach Grund, wie Weyh weiß: „Der Gottesdienst hat immer im Gemeindezentrum stattgefunden. Erst als die Bewohner, deren Altersdurchschnitt hier sehr hoch liegt, nicht mehr so schwungvoll die Treppe hochgekommen sind, hat man die Kapelle angebaut.“

Weil die Kapelle aber deutlich kleiner ist als eine Kirche, soll am 21. Mai wie an Weihnachten bestuhlt werden, sodass bis zu 100 Personen Platz finden können. „Mehr als unsere vier Konfirmanden dürften es also gar nicht sein“, fügt Claudia Weyh lachend hinzu. Um einem möglichen Platzchaos vorzubeugen, müssen die vier Konfirmanden vorab angeben, wie viele Verwandte und Freunde sie zur Feier mitbringen werden. Theoretisch könnte jedes der Kinder 20 Personen einladen. „Die restlichen 20 Plätze, die wir dann noch zur Verfügung haben, werden wir voraussichtlich bei den Gottesdiensten an den vorherigen Sonntagen verlosen“, sagt die Pfarrerin. Die ­wenigen Plätze dürften begehrt sein. Denn aller Voraussicht nach wird diese erste Konfirmation gleichzeitig die vorerst letzte in Asemwald sein. Der Grund: Neben den vier Konfirmanden leben dort nur elf ­weitere Kinder im Alter zwischen null und 15 Jahren.

Sonderthemen



Unsere Empfehlung für Sie