Stuttgart-Bad Cannstatt Für eine klimafreundliche Stadtentwicklung

Von Iris Frey 

Zu den neuen Stadträten zählt Debora Köngeter. Die 33-Jährige ist für die Stadtisten in den Stuttgarter Gemeinderat gewählt worden.

Deborah Köngeter vor dem Rathaus. Foto: Iris Frey
Deborah Köngeter vor dem Rathaus. Foto: Iris Frey

Bad Cannstatt - Deborah Köngeter freut sich, dass sie für die Stadtisten in den Gemeinderat gewählt worden ist, denn: Während sie sich viele Jahre projektbezogen ehrenamtlich in der Stadt engagiert hat, möchte sie jetzt an Entscheidungen aktiv mit beteiligt sein und etwas für die Stadt bewegen.

Die „Stadtisten“ kennt sie schon lange, sagt sie. Im vergangenen Jahr ist sie der Partei beigetreten und hat sich bewusst dafür eingesetzt, in den Gemeinderat gewählt zu werden. Sie setzt sich für „Offenheit und eine Stadt für alle ein, die Angebote schafft, welche jeder nutzen kann“. Köngeter ist für eine „Kultur des Miteinanders“ in der Stadt, die sie fördern möchte.

Die Mutter zweier Kinder im Alter von zwei und vier Jahren erlebt in Bad Cannstatt, wo sie wohnt und arbeitet, die bunte Mischung an Menschen nicht nur im Kindergarten ihrer Kinder, auch beim Abendmarkt in Bad Cannstatt oder beim „Fest ohne Kohle“. Sie möchte Angebote fördern, die niemanden ausschließen, weder Menschen mit Migrationshintergrund noch mit kleinem Geldbeutel. In der Kulturinsel hat sie sich eine Zeit lang beim Urban Gardening-Projekt engagiert.

Bushaltestellendächer begrünen

Sie spricht sich für sicherere Radwege aus, die auch von Kindern genutzt werden können. Ihre Themen sind Nachhaltigkeit und das Klima, für die sie sich als Stadträtin einsetzen will, etwa bei der Stadtentwicklung, sowohl bei neuen Baugebieten in der Innen- und Außenentwicklung. Auch befürwortet sie mehr Bäume in der Stadt. Und ihr gefällt die Idee aus Utrecht, in der Bushaltestellendächer begrünt werden. Den Wilhelmsplatz würde sie gerne verbessern, sowohl verkehrstechnisch als auch klimatisch: „Der Platz ist im Sommer viel zu heiß.“

Deborah Köngeter stammt aus dem Kreis Ludwigsburg. Die 33-Jährige hat an der Uni Stuttgart Architektur und Stadtplanung studiert. Die Ingenieurin hat 2016/17 mit ihrem Mann das Medienatelier „WirbelWild“ in Bad Cannstatt gegründet, das die analoge und digitale Welt miteinander verbinden will. Im Oktober sind sie auf der Frankfurter Buchmesse mit einer von ihnen entwickelten Software: „ManyPrint Solution“. Damit sind sie in Berlin beim Druck- und Medien-Award als innovativstes Unternehmen nominiert. Mit der Software würden Layouts auf der Grundlage von Datenbanken und öffentlichen Schnittstellen generiert.

Neuer Schwung

Im Gemeinderat wird sie im Ausschuss für Klima und Umwelt, Stadtentwicklung und Verkehr, der Mobilität sowie dem Unterausschuss Neckarpark sitzen. Die Einführung in den Gemeinderat war ein schöner Moment, vor allem, als sie die neuen mit den alten Stadträten die Plätze getauscht hätten. Am Abend gab es noch ein gemeinsames Abendessen. „Ich habe gespürt, dass neuer Schwung in den Gemeinderat kommt mit frischen Ideen und einem anderen Blick, etwa in puncto Foodsharing.“

Auf die Arbeit im Rathaus freut sie sich. Seit zehn Jahren lebt sie in Bad Cannstatt und hat auch beim Schaufenster Kultur der Initiative Kulturnetz schon mitgewirkt. Im Rathaus werden sie und ihr Stadtisten-Kollege Thorsten Puttentat übergangsweise ein Zimmer der Freien Wähler bekommen und Anfang kommenden Jahres neue Räumlichkeiten.

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