Bei der Sanierung und dem Umbau der Villa Berg wird gespart. Das hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen. Durch die Festlegung auf eine der beiden bisher vorgeschlagenen Varianten und eine veränderte Planung mit weniger und kleineren Räumen können sich die Kosten nach bisherigen Schätzungen um etwa sieben Millionen Euro reduzieren. Die Gesamtkosten für das Projekt mit der Villa, der Umgestaltung des Parks und der Sanierung der Tiefgarage waren bisher mit rund 170 Millionen Euro angegeben worden. Am Gesamtkonzept für ein „Haus für Musik und mehr“ wird festgehalten.
Die Stadt muss dringend sparen
Die Stadt ist angesichts vieler Großprojekte von der Aufsichtsbehörde aufgefordert worden zu sparen, deswegen war bei den jüngsten Haushaltsberatungen unter anderem auch das Projekt Villa Berg, genauer gesagt dessen Größe, in Frage gestellt worden. In einem Workshop hatten daraufhin Vertreter des Planungsstabs Villa Berg im Kulturamt, des Stadtplanungsamts, der Projektgruppe Villa Berg im Sanierungsgebiet Stöckach/Villa Berg, die Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Ost sowie das mit den Planungen beauftragte Atelier Brückner nach Einsparmöglichkeiten gesucht und entsprechende Prüfaufträge ausgearbeitet.
Das Ergebnis ist in den vergangenen Tagen sowohl der Projektgruppe Villa Berg als auch dem Stadtentwicklungsausschuss des Gemeinderats vorgestellt worden. Die gravierendste jetzt beschlossene Änderung ist der Wegfall der geplanten Außenbühne. Außerdem werden der kleine Saal und das zugehörige Foyer verkleinert, ebenso die Garderoben, durch eine niedrigere Deckenhöhe entfällt ein zweites Untergeschoss komplett. Sieben bisher vorgesehene Verwaltungsarbeitsplätze werden ausgelagert. Auch die sogenannte Community, ein konsumfreier Raum, wird verkleinert. Die ebenfalls in Frage gestellten Proberäume bleiben dagegen erhalten. Diese Sparmaßnahmen sind laut Prüfung mit dem vorgesehenen Betriebs- und Nutzungskonzept, an dem festgehalten wird, vereinbar.
Variante wird von den Parkplanern bevorzugt
In seinem Beschluss hat sich der Gemeinderatsausschuss auch darauf festgelegt, dass ab sofort ausschließlich die Planvariante Nord weiter bearbeitet wird. Diese sieht den Anbau von Gebäudeflügel an die Villa zum benachbarten Gutbrodbau hin vor. Dadurch wird zwar die Achse durch den Park von der Westwiese zwischen den beiden Gebäuden hindurch unterbrochen, die Variante wird aber trotzdem auch von den Parkplanern bevorzugt. Die Ostvariante war zwar als städtebaulich interessant, aber nachteilig für Nutzung und Betrieb, Gastronomie sowie den Park angesehen worden.
In den kommenden Wochen soll das Atelier Brückner die Planungen nun entsprechend anpassen. Im Dezember könnte der Gemeinderat über die Anpassungen entscheiden, im März 2025 dann über den Vorentwurf. Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik hatten lediglich SÖS/Die Linke die Vorschläge abgelehnt. Hannes Rockenbauch (SÖS) ist das Projekt insgesamt zu groß geraten. Er fordert, neu über das Konzept nachzudenken.