Unterbringung von Flüchtlingen in Stuttgart Entscheidung kurz vor knapp
Die Belegung von Sporthallen ist vorerst abgewendet. Um sie dauerhaft zu vermeiden, muss die Stadtverwaltung kreativ werden und auch Gewerbe- und Bürohäuser nutzen.
Die Belegung von Sporthallen ist vorerst abgewendet. Um sie dauerhaft zu vermeiden, muss die Stadtverwaltung kreativ werden und auch Gewerbe- und Bürohäuser nutzen.
Gerade noch rechtzeitig schafft es die Landeshauptstadt, neue Plätze für Flüchtlinge aufzutun. OB Frank Nopper (CDU) kündigt 750 weitere an zwei Standorten an. In den nächsten Wochen, so die Botschaft vom 12. Oktober, sollten eigentlich sechs Sporthallen zur Unterbringung vorbereitet werden. Sie sollten ab Dezember genutzt werden. Die erheblichen Folgen daraus – entfallender Sportunterricht und fehlende Trainingsmöglichkeiten für die Vereine – ließen die Wogen hochgehen. Völlig zu Recht fragten Schulen, Vereine und Fraktionen im Gemeinderat, ob wirklich alle Alternativen geprüft worden seien. Offenbar gibt es doch ein Potenzial an Ausweichmöglichkeiten.
Nach wie vor existiert in der Stadt eine große Bereitschaft auch zur ehrenamtlichen Hilfe. Daneben aber macht sich eine negative Stimmung breit, die nicht nur von der AfD, sondern inzwischen auch den Christdemokraten im Stadtparlament mit Schuldzuweisungen an Flüchtlinge noch verstärkt wird. Die Flüchtlinge sollen für vielerlei Überlastungen, langjährige Mangelwirtschaft und Fehlplanungen der Verwaltungen als Sündenbock herhalten.
Die Verwaltungsspitze mit OB Nopper muss darauf achten, diese Verunsicherung nicht noch durch vorzeitige Alarmmeldungen zusätzlich zu befördern. Den Worst Case belegter Sporthallen hat sie abgewendet. Vorerst, muss man sagen, denn die Flüchtlingszahlen gehen trotz der Ankündigungen der Bundesregierung, rigider abzuschieben und den Zugang zu erschweren, weiter nach oben. Das kann die Stadt Stuttgart nicht beeinflussen. Was sie kann und muss, ist, weiter nach Wohnraum zu forschen und dabei auch leer stehende Büro- und Gewerbegebäude unter die Lupe zu nehmen.