Stuttgart-Birkach Warum der Weg nicht Schulzengässle heißen darf

Von Jacqueline Fritsch 

Im Volksmund ist die Sache klar: Schulzengässle heißt ein kleiner Weg in Stuttgart-Birkach. Der Vorstoß, das Sträßchen auch offiziell so zu nennen, schlug aber fehl. Was ist da los?

Diese Heslacher Gasse vermasselt gerade den Birkachern die Tour. Foto: Jacqueline Fritsch
Diese Heslacher Gasse vermasselt gerade den Birkachern die Tour. Foto: Jacqueline Fritsch

Birkach - Das Schulzengässle, wie der Fußweg zwischen Alter Dorfstraße und Tiefem Weg im Volksmund heißt, wird den Namen nun doch nicht offiziell erhalten. Im Juli hatte sich der Bezirksbeirat noch einstimmig für die Namensgebung ausgesprochen – mit Straßenschildern und allem, was dazu gehört. Offenbar hatte aber niemand vor dem Antrag oder der Abstimmung kontrolliert, ob der Straßenname in Stuttgart bereits vergeben ist. Ein Blick auf den Stadtplan hätte gezeigt: Der große Bruder des Schulzengässles, die Schulzengasse, liegt in Heslach. Sie ist ein paar Meter lang und führt hinter einem Paketshop zu einem Wohnhaus.

Das Problem: Ortsfremde finden das Wegchen schwer

Für Ortsfremde ist sie etwa genauso schwierig zu finden wie das Schulzengässle in Birkach. Und sie ist der Grund, warum der Fußweg zwischen Alter Dorfstraße und Tiefem Weg offiziell erst einmal namenlos bleiben wird. Denn zwei Schulzengassen in einer Stadt – das wäre zu viel des Guten. Die Antragsteller, die Fraktion der SPD, hatte sich schon über die Zustimmung im Bezirksbeirat gefreut – schließlich macht die Bezeichnung für den Weg durchaus Sinn: Ein ehemaliger Bürgermeister, den man früher als Schultheiß – kurz Schulte oder eben Schulze – bezeichnete, wohnte damals unten neben den Stufen, die von der Alten Dorfstraße zum Tiefen Weg führen. Deshalb heißt der Weg im Volksmund schon lange Schulzengässle. Und ein Name, den man auf ein Straßenschild drucken könnte, würde laut Christa Schuster auch einiges unkomplizierter machen: „Man muss immer sagen, dass es ungefähr bei diesem Haus dann rechts die Treppen hoch geht“, sagt die stellvertretende Bezirksbeirätin (SPD). Das wird nun erst einmal so bleiben.

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