Stuttgart-Degerloch Macht Romulo Kuranyi ein weiteres Eiscafé auf?

Von Tilman Baur 

Seit einigen Tagen kann am Albplatz in Stuttgart-Degerloch kein Eis mehr geschleckt werden. Das Betreiber-Ehepaar Kösker rätselt, warum es nicht bleiben durfte. Unterdessen hat bereits jemand anderes Interesse angemeldet.

Am Albplatz kann seit ein paar Tagen kein Eis mehr geschleckt werden. Foto: Baur
Am Albplatz kann seit ein paar Tagen kein Eis mehr geschleckt werden. Foto: Baur

Degerloch - Die Eisbehälter leer, die Kaffeemaschine abgebaut, die Kartons gepackt: So sah es am Dienstagvormittag in der Eisdiele Santin am Degerlocher Albplatz aus. Nur das Namensschild prangte da noch an der Außenwand – und eine Stunde später war auch das verschwunden. Aus, Ende, vorbei. Nach 13 Jahren ist die beliebte Eisdiele Geschichte, und niemand weiß, warum.

Die bisherigen Betreiber, das Ehepaar Kösker, stehen vor einem Rätsel. Klar ist bislang nur, dass der Karlsruher Immobilienverwalter Fondis Property den Ende 2019 auslaufenden Mietvertrag nicht verlängert hat. Gründe dazu hat er den bisherigen Mietern nicht mitgeteilt. „Wir wissen nicht, warum, genauso wenig wissen wir, wer oder was jetzt hier reinkommt“, sagt Daniela Kösker, die am Dienstagmorgen den Laden abwickelte und die letzten Aufräumarbeiten vollzog. Am Mittwoch war die Schlüsselübergabe. Auf eine Presseanfrage hat Fondis Property nicht reagiert und gibt sich so zugeknöpft wie bereits bei vorherigen Anfragen zu weiteren leer stehenden Ladengeschäften im Berolina-Haus.

Stammgäste kommen an den Marienplatz

Die Eisdiele hatte 2005 am Albplatz eröffnet; das Ehepaar Kösker hat sie im Jahr 2011 übernommen. Der Schritt falle ihnen nicht leicht, zumal das Ende überraschend kam. „Es tut schon weh, wenn man nach all den Jahren aufhört“, sagt Kösker. Vor allem wegen der vielen Stammgäste tue es ihr leid. Zwar hätten sie noch ein Jahr weiter machen können. Doch darauf habe man verzichtet und jetzt lieber einen klaren Schnitt gemacht. Weiter geht es jetzt im Eiscafé La Luna am Marienplatz, welches das Paar bereits seit zwei Jahren parallel betreibt. Einige Stammgäste hätten sich sogar schon unten blicken lassen, sagt Daniela Kösker.

Manch ein anderer Stammgast könnte dem Albplatz aber auch gewogen bleiben – zumindest dann, wenn Romulo Kuranyi den Zuschlag bekommt. Denn Kuranyi ist einer von zwei oder drei Kandidaten, die ihr Interesse an dem nun frei werdenden Ladengeschäft bekundet haben.

Romulo Kuranyi will Degerloch für junge Menschen attraktiver machen

„Ich würde mich freuen, wenn wir den Zuschlag erhalten“, sagt der Betreiber der Eisdiele Patrizia’s, die im Sommer an der Epplestraße geöffnet und sich dort erfolgreich etabliert hat. Die Ladenfläche an der Epplestraße ist klein. Deshalb reizt den Unternehmer und Bruder des Profifußballers ein weiterer Standort.

Kuranyi schwebt dort ein Laden mit erweitertem kulinarischem Angebot vor, in dem er nicht nur Eis, sondern auch heiße Mahlzeiten serviert, und der sich optisch anspruchsvoll präsentieren soll. „Es soll nichts Dahingeklatschtes werden, sondern etwas, das zu Degerloch passt“, verspricht Romulo Kuranyi. Er sieht im Bezirk vor allem für ein jüngeres Publikum Potenzial und sähe es gerne, wenn Degerloch für junge Menschen attraktiver würde. Wann sich der Eigentümer entscheidet und welche Interessenten noch ihren Hut in den Ring geworfen haben, weiß Kuranyi nicht, geht aber von einer Entscheidung innerhalb der nächsten Wochen aus.

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