Stuttgart-Degerloch Wilhelms-Gymnasium schrumpft erst 2018

Der Schulleiter des Wilhelms-Gymnasiums fürchtet um die Zukunft des Standorts. Foto: Baur
Der Schulleiter des Wilhelms-Gymnasiums fürchtet um die Zukunft des Standorts. Foto: Baur

Dem Wilhelms-Gymnasium in Stuttgart-Degerloch geht der Platz aus. Deshalb kann die Schule künftig weniger Schüler aufnehmen als bisher. Der Schulleiter macht sich große Sorgen. Die Bürgermeisterin nimmt Stellung.

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Degerloch - Nur noch zwei neue fünfte Klassen vom kommenden Herbst an – dieses Szenario erschien fürs Wilhelms-Gymnasium (WG) laut einer Einschätzung des Schulverwaltungsamts als sehr wahrscheinlich. Nun gibt die Schulbürgermeisterin Isabel Fezer Entwarnung: Nach den Anmeldungen der Schüler fürs kommende Schuljahr im April habe man sich darauf verständigt, dass die Schule im Herbst doch noch einmal drei Eingangsklassen bilden dürfe.

Schüler aus Stuttgart-Degerloch müssen wohl abgewiesen werden

Dabei handelt es sich freilich um nicht mehr als einen Aufschub. Denn Fezer erklärt: Sollte sich an der räumlichen Situation nichts ändern, könne das WG vom Schuljahr 2018/19 an nur noch zwei Klassen aufnehmen. Für zwei Schuljahre müsse man dann, wie bereits vermutet, auch Schüler aus Degerloch abweisen. Das Rathaus geht davon aus, dass vom Schuljahr 2018/2019 an notgedrungen etwa 20 Schüler aus Degerloch künftig auf Schulen anderer Bezirke ausweichen müssten.

Ein möglicher Ausweichstandort ist das Königin-Charlotte-Gymnasium in Möhringen. Eine vertretbare Zwischenlösung, findet Fezer, weil es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aus Degerloch leicht zu erreichen sei. Am Schulstandort Degerloch sei ihr sehr gelegen, betont die Bürgermeisterin. Bei den aktuellen Planungen für die anstehende Sanierung des WG überlege man daher, wie man zusätzliche, dauerhaft nutzbare Räume schaffen könne.

Schulleiter befürchtet ernsthafte Einschnitte

Die Bedenken Peter Hoffmanns teilt Fezer nur bedingt. Der Schulleiter des WG sorgt sich um die Zukunft des Schulstandorts Degerloch. Ernsthafte Einschnitte stünden bevor, befürchtet er. „Ich bin überzeugt, dass der gute fachliche Ruf des Wilhelms-Gymnasiums auch künftig den Schulstandort prägen wird“, entgegnet Isabel Fezer. Sie weist darauf hin, dass das Gymnasium ohnehin nur auf zwei oder drei Züge ausgelegt ist. Nur aufgrund der hohen Nachfrage nach G9 – das WG ist eines der wenigen Gymnasien in Stuttgart mit einem solchen Angebot – habe es drei Jahre lang vier Züge angeboten. Auf ein G9-Abitur gebe es laut Landesvorgaben aber keinen Anspruch. Eine über den Raumbestand hinausgehende Entwicklung sei nie beabsichtigt worden.

Den kürzlich gegenüber der Stuttgarter Zeitung geäußerten Eindruck Hoffmanns, in seinem Anliegen nicht ganz ernstgenommen zu werden, teilt Fezer nicht. „Das Schulverwaltungsamt ist im ständigen Austausch mit der Schulleitung des Gymnasiums und ist intensiv damit beschäftigt, Sanierung und Erweiterung möglichst bald auf den Weg zu bringen“, so Fezer. Außerdem gebe es jedes Jahr Gespräche mit der Schulleitung. „Zudem kann sich jede Schulleiterin und jeder Schulleiter bei Problemen direkt an mich wenden.“

Lösungen für Stuttgart-Degerloch sind nicht in Sicht

Die Probleme an der Fritz-Leonhardt-Schule – es fehlt ein Klassen- und ein Technikraum – sind der Bürgermeisterin ebenfalls bekannt. Sie habe sich selbst ein Bild vor Ort gemacht. Die Schulleiterin Karin Grafmüller hatte auf bereits fertige Baupläne verwiesen, die der Umsetzung harren. Eine Lösung ist indes weiter nicht in Sicht. „Leider liegt keine Finanzierung für die Planungen und Baumaßnahmen vor“, sagte Isabel Fezer, weshalb man die Planungen nicht habe konkretisieren können.

Lösungen für die Raumnot der Degerlocher Schulen sind also immer noch nicht in Sicht. Eine Tatsache, die die Bürgerschaft beunruhigt. Davon zeugt der aktuelle Bürgerhaushalt, in dem die Initiative „Platz da für Schüler“ den fünften Rang belegt hat. Mehr als 3000 Bürger haben dafür gestimmt, der Raumknappheit entgegenzuwirken.

Die Sorgen der Eltern versteht Isabel Fezer. „Ich kann jedoch versichern, dass kein Bezirk benachteiligt wird“, stellt sie klar. Stets habe man die Belange der ganzen Stadt im Blick. Sanierungen und Investitionen stünden aber eben nicht nur in Degerloch an.

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