Stuttgart Die Philharmoniker haben ein neues Maskottchen
Das neue Maskottchen der Stuttgarter Philharmoniker wird bei Hausrallyes, Kinderkonzerten und an Schulen dabei sein, vielleicht auch mal bei einer Konzertreise.
Das neue Maskottchen der Stuttgarter Philharmoniker wird bei Hausrallyes, Kinderkonzerten und an Schulen dabei sein, vielleicht auch mal bei einer Konzertreise.
„Warum heißt das so? Das kann doch gar kein Englisch?“ Manchmal ist Fili schon ein bisschen ratlos, wenn wieder einmal so eine Musikerin über ihr Instrument spricht. Englischhorn – was soll das denn sein? Aber so ein junger Vogel kann ja nicht von Anfang an alles wissen, schließlich werden bei den Stuttgarter Philharmonikern eine ganze Menge Instrumente gespielt. Und manche davon sind mindestens so merkwürdig wie ihr Name. Der Solo-Englischhornistin macht es überhaupt nichts aus, der jüngsten Mitspielerin des Orchesters der Landeshauptstadt ihr Horn zu erklären. „Ich freue mich sehr, dass wir Fili Fogl als neuen Mitarbeiter gewinnen konnten. Fili ist eine Figur, die sich voll und ganz mit uns identifiziert und das nach außen tragen kann”, sagt Irene Reise. „Fili Fogl ist wunderbar lebendig, für unser junges Publikum nahbar und als Vogel selbstverständlich musikalisch. Genauso wie wir.”
Fili Fogl ist sozusagen der Jubiläumsnachwuchs zum 100-jährigen Bestehen der Stuttgarter Philharmoniker. Der bunte Vogel spielt zwar kein Instrument, kann dafür ein bisschen pfeifen. Und er wird jetzt zum regelmäßigen Begleiter des Orchesters, zum Beispiel bei den Hausrallyes wie am 18. März. Die Idee für das neue und überhaupt erste Philharmoniker-Maskottchen kam aus dem Orchester selbst, eine Dozentin der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HMDK) schlug einen Vogel vor, eine Absolventin hat ihn gebaut, eine andere spielt ihn.
„Es ging darum, eine Figur zu schaffen, die bei Kinderkonzerten auftreten kann, aber auch das Orchester repräsentiert”, erzählt die Figurenbauerin Marta Pelamatti, die in Turin geboren wurde, ihren Abschluss als Puppenbauerin/-spielerin 2022 an der Hochschule in Stuttgart machte und jetzt in Frankreich auf dem Land lebt. Dort hat sie auch Fili Fogl geschaffen. „Kinder neigen dazu, sich leichter mit Tieren zu identifizieren, vielleicht aufgrund ihres lustigen und liebenswerten Charmes. Wir dachten also an einen großen Vogel mit den langen Beinen einer Balletttänzerin, fröhlichen Federn und großen, neugierig geöffneten Augen.” Herausfordernd war für sie vor allem der Bau der Innenkonstruktion. Die musste einfach funktionieren und möglichst mit einer Hand zu bedienen sein. Dreimal musste sie neu anfangen, bis sie zufrieden war.
Adeline Rüss hat ebenfalls an der HMDK studiert und gibt jetzt Fili Fogl ihre Stimme und lässt sie mit den Flügeln flattern. Ihre frühere Schauspiel-Dozentin Ines Müller-Braunschweig hatte sie und Fili Fogl zusammengebracht. „Ich arbeite gerne mit Figuren, die sprechen können, und gerne mit Kindern”, erzählt die 30 Jahre alte gebürtige Potsdamerin, die jetzt im Stuttgarter Süden lebt. „Fili Fogl ist neugierig, interessiert, musikverliebt”, beschreibt sie einige Charakterzüge des Vogels, der sich schon dem Orchester vorgestellt und auch schon ein Kinderkonzert begleitet hat. Die gemeinsame Arbeit stehe aber noch ganz am Anfang, auch die genauen Einsatzbereiche für das lebendige Maskottchen würden sich noch herauskristallisieren. „Im Machen werden wir zusammenwachsen.”
Fili Fogl trägt die Farben der Stuttgarter Philharmoniker in seinem Gefieder, also blau und weiß, der Schnabel ist gelb. Adeline Rüss selbst wird darunter ein schlichtes schwarzes Kleid tragen, das mit dem Gefieder abschließt und gelbe Leggins. Alles weitere ist flexibel: Schuhe von Sneakern bis zu feineren Ballerinas, Hüte vom Sonnenhut bis zum Zylinder, immer auf den Anlass abgestimmt.
Adeline Rüss bewegt Filis Kopf mit ihrer einen Hand, die Flügel mit der anderen. Die Handhabung sei relativ einfach, hat sie festgestellt, nur die genaue Blickrichtung zu finden, war zunächst eine Herausforderung. Ihre Lösung für die richtige Ausrichtung des Kopfes: „Meine Fingernägel gucken jemanden an.” Im Grunde sei der Umgang mit der Figur reine Übungssache. Und da sind sich Figurenspielerin und Musikerinnen und Musiker dann schon ganz nahe: „Es ist wie ein Instrument lernen.” Mit dem Unterschied, dass bei Fili nicht jede Note exakt sitzen muss – und der Vogel auch einfach mal drauf pfeifen kann.
Der Jubiläumsball mit Musik der 1920er Jahre findet am Freitag, 8. März, im Gustav-Siegle-Haus statt. Einlass ist ab 18.30 Uhr, gegen 20.30 Uhr wird die Tanzfläche eröffnet. Weitere Informationen unter https://www.stuttgarter-philharmoniker.de.