Stuttgart-Dürrlewang Flüchtlinge malen Bäume für besseres Klima

Ursula Hertlein (2. v. li.) und ihre Helfer übergeben den Ritter-Sport-Mitarbeitern Elke Dietrich (3. v. re.) und Klaus Hierlemann (rechts) die gebastelten Bäume. Foto: Ritter Sport/z
Ursula Hertlein (2. v. li.) und ihre Helfer übergeben den Ritter-Sport-Mitarbeitern Elke Dietrich (3. v. re.) und Klaus Hierlemann (rechts) die gebastelten Bäume. Foto: Ritter Sport/z

Die Menschen aus einer Flüchtlingsunterkunft in Dürrlewang machen mit bei der Aktion „Plant for the Planet“. Für jeden gemalten Baum, pflanzt Ritter Sport einen echten.

Filderzeitung: Alexandra Kratz (atz)
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Dürrelwang - Der Mensch braucht ein Ziel, findet Ursula Hertlein vom Dürrlewanger Freundeskreis „Hi there – 70565“. Anfang des Jahres war sie im Schokoladen des Waldenbucher Unternehmens Ritter Sport. Dort lagen Prospekte von der 2007 ins Leben gerufenen Schülerinitiative „Plant for the Planet“ aus. Deren Ziel ist es, bis Ende 2020 weltweit 1000 Milliarden Bäume zu pflanzen, um das Klima auf der Erde zu verbessern.

Ritter Sport macht mit. Das Unternehmen möchte bis Ende des Jahres 250 000 Bäume pflanzen. Und alle sollen mitmachen. Denn der Waldenbucher Schokoladenhersteller pflanzt für jeden gemalten oder gebastelten Baum einen echten. Hertlein nahm sich vor, 1000 Bäume beizusteuern. Aber nicht allein, sondern zusammen mit den etwa 60 Flüchtlingen, die in einem ehemaligen Gästehaus in Dürrlewang leben. „Ich war auf der Suche nach einer sinnvollen Beschäftigung für die Flüchtlinge. Sie sollten nicht einfach nur Kastanienmännchen basteln, die kurz danach sowieso im Müll landen“, sagt die Frau vom Freundeskreis.

Knapp 30 Menschen haben mitgemacht

Ein Team aus knapp 30 Helfern beteiligte sich. „Es waren nicht nur Kinder. Auch Erwachsene haben mitgemacht. Darunter auch der ein oder andere, bei dem ich im Vorfeld nie gedacht hätte, dass er für eine solche Aktion überhaupt zur Zimmertür rauskommt“, sagt Hertlein. Ritter Sport sei den Flüchtlingen ein Begriff gewesen. Und die Aussicht auf einen Werksbesuch und ein paar Tafeln Schokolade habe die Menschen motiviert. Ganz abgesehen davon, dass man auch noch was für die Umwelt tut, berichtet Ursula Hertlein. Zum Jahresende hat die Gruppe ihr Ziel erreicht. Entstanden sind 1000 unterschiedliche Bäume, von der Konifere über den klassischen Ahorn bis hin zum fantasievollen Erdbeerbaum. Die Kinder haben einige Bäume ausgeschnitten, auf Pappe geklebt und in Steckmoos befestigt. „Damit wir auch was in der Hand haben“, sagt Hertlein und lacht. Denn vor Kurzem waren sie und einige der Flüchtlinge bei Ritter Sport in Waldenbuch, um das Gebastelte persönlich abzugeben.

„Wir freuen uns riesig über die Unterstützung“, sagte Klaus Hierlemann bei dem Termin. Er ist der Senior Produktmanager bei Ritter Sport und ergänzte: „Nachdem das schier Unmögliche möglich gemacht wurde, ziehen wir nun natürlich gern nach und pflanzen 1000 echte Bäume.“ Hertleins Erwartungen wurden nicht enttäuscht. „Der Besuch in Waldenbuch war wirklich sehr nett. Wir wurden freundlich empfangen und unser Engagement wurde honoriert.“ Zum Dank gab es für die kreativen Maler und Bastler auch die erhoffte Werksführung und natürlich die ein oder andere Tafel Schokolade.

Ursula Hertlein möchte weitermachen. Inzwischen habe sie auch Anfragen von Freundeskreisen anderer Flüchtlingsunterkünfte bekommen. Die Menschen dort wollen ebenfalls Bäume malen, um das Klima auf der Erde zu verbessern. Was fehlt, ist ein neuer Sponsor, also ein Unternehmen, dass bei der Initiative „Plant for the Planet“ mitmachen will, und für jeden gemalten Baum einen echten pflanzt.




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