Stadtkind Stuttgart

Stuttgart Electronic Music Festival 2017 Es ist wieder Semf-Zeit!

Von Martin Elbert 

Am kommenden Samstag treffen sich die internationale elektronische DJ-Elite und zahlreiche Locals in der Messe. Erwartet werden 18.000 Besucher. Die Veranstalter haben einige Veränderungen und Optimierungen angekündigt. 

Semf: Die Leistungsschau der elektronischen Tanzmusik-Branche zum Jahresende und eines der wenigen erfolgreichen eintägigen Hallenfestivals überhaupt. Foto: Archiv: 7aktuell.de/Daniel Jueptner
Semf: Die Leistungsschau der elektronischen Tanzmusik-Branche zum Jahresende und eines der wenigen erfolgreichen eintägigen Hallenfestivals überhaupt. Foto: Archiv: 7aktuell.de/Daniel Jueptner

Stuttgart - It's this time of the year und damit ist noch nicht einmal Weihnachten gemeint, sondern eher vielleicht Weihnachten und Ostern auf einmal für die schwäbische (und weit darüber hinaus) Techno-House-Szene: Diesen Samstag ist wieder Semf-Time, die Leistungsschau der elektronischen Tanzmusik-Branche zum Jahresende und eines der wenigen erfolgreichen eintägigen Hallenfestivals überhaupt.

18.000 Besucher werden erwartet, können aber auch knapp 20.000 werden, meint Mitveranstalter Tome Aulicky. Dann wäre man ausverkauft. Auf fünf Floors verteilen sich international bekannte Acts wie Solomun, Chris Liebing, Nina Kraviz, Len Faki oder Laurent Garnier sowie unzählige Locals und natürlich: der unverwüstliche Sven Väth. Babba likes to semf.

Jedes Jahr größer und besser

Im Gegensatz zu dem heutigen Spektakel auf dem Messegelände wirkt das erste Semf 2006 im Rocker33 in der Bahndirektion noch wie ein zartes Mauerblümchen. Das wurde seitdem mit viel Bass gegossen und jedes Jahr größer und besser. Und selbst mit dem ersten Semf auf der Messe im Jahr 2011 hat die Veranstaltung in der Jetztzeit nicht mehr viel gemeinsam.

Seit das Festival auf den Fildern Fuß gefasst hat und die Mannheimer Veranstalter von Cosmopop (Time Warp) eingestiegen sind, wird es jedes Jahr neu austariert und optimiert. Und jedes Jahr reisen immer mehr Gäste mit Bus, Bahn oder Flugzeug an. Auf den Floors und den Gängen vermischen verschiedene Sprachen. 2016 feierte das Semf schließlich seinen zehnten Geburtstag und auch diese Markierung auf dem Semf-Zeitstrahl stellt nicht das Ende der Weiterentwicklung dar.

Viele Neulinge dabei

Aulicky erklärt die wesentlichen Änderungen im Jahr 2017: „Die Aufteilung der Floors haben wir umstrukturiert, damit noch mehr Atmosphäre aufkommt. Das heißt, mehr Clubfeeling trotz der Größe.“ Außerdem wurde die Ausrichtung im Floor 1 geändert. „Einfach überraschen lassen und genießen.“ Zudem verspricht Aulicky eine bessere Orientierung auf diesem monströsen Areal. „In diesem Zusammenhang haben wir die Floors mit Farben (Blue, Green, Yellow, Red) versehen, damit die Gäste die Floors leichter finden können.“

Und somit ihre Lieblingsacts, womit wir wie immer beim wichtigsten Thema überhaupt wären, die Bookings. „Beim Line-up haben wir einiges getan, das heißt sehr viele Acts gebucht, die noch nie beim Semf gespielt haben“, erklärt Aulicky. In der Tat: Die Liste der Neulinge unter anderem mit Solomun, Nina Kraviz, Laurent Garnier (sogar im b2b mit Karotte), Bebetta, Emanuel Satie oder Victor Ruiz liest sich gut.

Für lokale Clubs unbezahlbar

Besonders herausragend ist dabei freilich der Hamburger Solomun. Der Gründer das Labels Diynamic dreht seine Runden längst in den international obersten DJ-Sphären und ist für einen lokalen Club unbezahlbar, beziehungsweise nur unter großen finanziellen Schmerzen. Man räumt ihm auf dem Semf folgerichtig auch drei Stunden Spielzeit ein und die sollten seine Stuttgarter Fans mitnehmen.

Die lokale Front, beziehungsweise die ehemalige lokale Front, kommt wie immer bei dem Festival nicht zu kurz, betont Aulicky. Erstmals tritt der international erfolgreiche Ex-Stuttgarter Ninetoes auf, Vielflieger Konstantin Sibold bringt seinen kongenialen DJ-Bruder Leif Müller mit und der Berliner Globetrotter Len Faki is coming home for Semf. Die Komme-was-wolle-Stage im Atrium bietet weiterhin ausschließlich lokalen Acts eine Plattform, die sich gerade in diesem Jahr in der Stuttgarter Szene hochgearbeitet haben.

Wie immer viel Programm und für die bessere Übersicht sollten sich die Gäste vorab von der Semf-Page den Timetable aufs Handy laden, der dann auch offline funktioniert – traditionell brechen bei so einer Menschenansammlung die Netze zusammen. Dann bleibt nur noch der obligatorische Turnbeutel zu befüllen und ab geht der Shuffle. Bitte dabei nicht die Knie ins Gesicht hauen.

Stuttgart Electronic Music Festival 2018: Samstag, 16.12. ab 20:00 Uhr, Messe Stuttgart, www.semf.net