Stuttgart-Fasanenhof Überlasteter Kreisel: Umbau mit Nebeneffekt

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Die Autofahrer im Gewerbegebiet Fasanenhof-Ost stehen im Stau. Nun lässt die Stadt die Zufahrt umgestalten und hofft, dass der Verkehr dann besser fließt. Es ist nur ein Experiment – und nicht das erste in dieser Angelegenheit.

Neue Baustelle, neues Glück: Am Wochenende beginnen die Arbeiten für die Umgestaltung des Kreisverkehrs am Schelmenwasenring. Foto: Archiv Thorsten Hettel
Neue Baustelle, neues Glück: Am Wochenende beginnen die Arbeiten für die Umgestaltung des Kreisverkehrs am Schelmenwasenring. Foto: Archiv Thorsten Hettel

Fasanenhof - Es soll alles besser werden. Am Wochenende beginnt das Tiefbauamt mit der Umgestaltung des Kreisverkehrs an der Zufahrt zum Gewerbegebiet Schelmenwasen auf dem Fasanenhof. Das Ziel ist es, dass der Verkehr zur Feierabendzeit besser abfließen kann. Bisher wirkt sich der Kreisel oft wie ein Nadelöhr aus. Wegen des ständigen Verkehrsflusses von der B 27 kommend, brauchen Autofahrer im Gewerbegebiet lange, bis sie in den Kreisel einfahren können. Das führt oft zu langen Rückstaus und Wartezeiten. Mehrere Firmen haben sich darum in den vergangenen Jahren immer wieder bei der Stadtverwaltung beschwert und Verbesserungen angemahnt.

Was genau wird umgebaut?

Nun ist eine Unterbrechung der Kreisfahrbahn auf Höhe der Schelmenwasenstraße geplant. Damit können alle, die von der B 27 kommen, nicht mehr direkt von der Heigelinstraße in Richtung Körschtal abbiegen. Damit müssen auch sie einen Umweg durch das Gewerbegebiet fahren. Die Einfahrt in den Kreisverkehr soll so freigehalten werden. Die erste Querverbindung auf der Schelmenwasenstraße wird unterbunden, damit die Autos nicht gleich dort abkürzen. Damit der Verkehr auf der Heigelinstraße besser fließt, werden die Linksabbiegespuren zum Lidl aufgegeben zugunsten eines durchgängigen zweiten Fahrstreifens in Richtung Kreisel.

Wann genau wird gebaut?

Für diese Umgestaltung des Kreisverkehrs sind umfangreiche Belags- und Markierungsarbeiten notwendig. Der erste Teil soll an diesem Wochenende erledigt werden. Los geht es am Freitag, 27. September, um 18 Uhr. Bis Sonntag, 29. September, 18 Uhr, will das Tiefbauamt den ersten Bauabschnitt abgeschlossen haben. In dieser Zeit wird eine Verkehrsinsel zurückgebaut. Das zweite Bauwochenende ist in vier Wochen, nämlich vom 25. bis 28. Oktober vorgesehen. Dann müssen der neue Straßenbelag eingebaut, die veränderte Verkehrsführung markiert und andere Schilder aufgestellt werden. Gebaut werden kann allerdings nur bei trockenem Wetter. Darum könne es auch noch mal zu Verschiebungen kommen, schreibt die Pressestelle der Stadt.

Wie wirkt sich die Baustelle aus?

Sicher ist, dass wenn gebaut wird, die Anschlussstelle der Bundesstraße  27 zum Gewerbegebiet Fasanenhof-Ost gesperrt werden muss. Die Umleitung führt über die Anschlussstelle SI-Centrum und ist ausgeschildert. Auch die Anlieger, also vor allem die Menschen auf dem Fasanenhof, müssen an den beiden Bauwochenenden diesen Umweg in Kauf nehmen und dann über die Kurt-Schumacher-Straße nach Hause fahren.

Wird nach der Umgestaltung alles besser?

Die Umgestaltung des Kreisverkehrs hat Nebenwirkungen. Die Wartezeiten für die im nordöstlichen Bereich des Gewerbegebiets arbeitenden Menschen und für diejenigen, die aus dem Körschtal kommen und in den Kreisverkehr einfahren wollen, werden sich erhöhen. Außerdem könnte es insbesondere in den Morgenstunden wegen der zusätzlichen Umwegfahrer auf der Schelmenwasenstraße zwischen dem Kreisel und dem Eichwiesenring eng werden. Darum wird die Fahrbahn in diesem Bereich verbreitert, sodass ein Lastwagen und ein Auto nebeneinander passen. Auf dem Fasanenhof sind nicht alle Menschen von der nun angedachten Lösung überzeugt. Denn auch sie kommen künftig nur auf Umwegen nach Hause.

Der Fachverwaltung ist all das bewusst. Darum ist die Neugestaltung des Kreisverkehrs für sie zunächst nur ein Verkehrsversuch. Der Umbau ist provisorisch, verschlingt nicht allzu viel Geld und könnte im Zweifel schnell wieder rückgängig gemacht werden. Die Verkehrsplaner arbeiten vor allem mit neuen Fahrbahnmarkierungen, Schildern und kleineren Barrieren aus Plastik, sogenannten Klemmfixen.

Wie konnte es soweit kommen?

Die Probleme im Gewerbegebiet Schelmenwasen gibt es mittlerweile seit Jahren. Die Situation spitzte sich mit der Aufsiedlung des Gebiets, von der EnBW City bis hin zum derzeit noch im Bau befindlichen Campus Fasanenhof, immer weiter zu. Mittlerweile ist die Kapazitätsgrenze der Straßen längst überschritten, der Kreisverkehr ist überlastet. Die Verkehrsqualität, wie es im Fachjargon heißt, hat Stufe F erreicht. Das ist die schlechteste Kategorie, die es gibt.

Zunächst wollte die Verwaltung das Problem mit einer Ampel am Kreisel lösen. Diese sollte den von der B 27 kommenden Verkehr ausbremsen, sodass die Autofahrer im Gewerbegebiet ein Zeitfenster bekommen, um in den Kreisel einzufahren. Doch das hatte zur Folge, dass sich der Verkehr auf der B 27 staute. Das war gefährlich, die Ampel wurde wieder abgeschaltet. Wenn der neue Verkehrsversuch wieder nicht aufgeht, muss der Kreisel im großen Stil umgebaut werden. Entweder zu einem zweispurigen Kreisel oder zu einer Kreuzung mit Ampeln.

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