Stuttgart-Fasanenhof Firmen bleiben trotz der Staus

Von Götz Schultheiss 

Am Kreisverkehr Schelmenwasenring läuft es immer noch nicht rund. Staus stellen die Nerven der Pendler ins Gewerbegebiet Fasanenhof-Ost vor die Zerreissprobe. Die Firmen reagieren mit flexiblen Arbeitszeiten.

Die Fahrt  ins Gewerbegebiet im Fasanenhof-Ost auf dem Schelmenwasen gerät in Stoßzeiten zur Geduldübung. Foto: Alexandra Kratz
Die Fahrt ins Gewerbegebiet im Fasanenhof-Ost auf dem Schelmenwasen gerät in Stoßzeiten zur Geduldübung. Foto: Alexandra Kratz

Fasanenhof - Wer ärgert sich nicht über die im Stau verlorene Lebenszeit auf dem Weg zur Arbeit? Vor allem denjenigen, die täglich ins Gewerbegebiet im Fasanenhof-Ost auf dem Schelmenwasen fahren müssen, gerät wegen der täglichen Staus auf der B 27 das Blut in Wallung. Einige der Firmen, so wird gemunkelt, planen deshalb, ihre Standorte dort aufzugeben. Andere, die so stark wachsen, dass es ihnen im Fasanenhof zu eng wird, ziehen mit einem lachenden Auge in Gewerbegebiete der Nachbarschaft um, wiederum andere setzten darauf, dass die Stadt eine Lösung finden wird.

Auch die an der Straße Vor dem Lauch gelegene Firma GTÜ, die Gesellschaft für Technische Überwachung, hat den Umzug im Jahre 2022 aufs Böblinger Flugfeld geplant. Es sei, sagt der Firmensprecher Frank Reichert, aber nicht die schlechte Verkehrssituation, die zum Wegzug bewege: „Für Begeisterung sorgen die vielen Staus natürlich nicht. Wir würden dennoch gerne hierbleiben, aber wir sind stark gewachsen und wir wachsen weiter. Im Fasanenhof reichen die Raumkapazitäten nicht aus.“ An der Verkehrssituation könne das Unternehmen nichts ändern. „Wir sind aber darüber informiert worden, dass es am Kreisverkehr Veränderungen geben soll, welche die Situation verbessern“, sagt Frank Reichert. Die Beschäftigten seien deshalb von den Staus weniger betroffen, weil es flexible Arbeitszeiten gebe. „Unsere 240 Mitarbeiter können sie in einem gewissen Rahmen aussuchen.“

Der Energieversorger hofft auf die Weisheit städtischer Verkehrsplaner

„Die Standortfrage stellt sich für uns in keiner Weise“, sagt indes der Konzernsprecher des Energieversorgers EnBW Hans-Jörg Groscurth. Die Verkehrssituation sei „nicht begeisternd“, aber mit der Zentrale im Fasanenhof habe sich die Situation für die EnBW deutlich verbessert: „Vor einigen Jahren waren wir noch auf diverse Standorte in der Innenstadt verteilt.“ Die EnBW habe in Sachen Verkehr im Gewerbegebiet Fasanenhof-Ost keine Initiative ergriffen. „Wir gehen davon aus, dass die Stadt ihren Aufgaben nachkommt.“ Für die Mitarbeiter gebe es flexible Arbeitszeiten, „schon allein wegen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“.

Die einzige Zufahrt zum Gewerbegebiet ist der Kreisverkehr nach der Ausfahrt von der B 27 und vor dem Zettachring. Er leitet den Verkehr ins Gewerbegebiet, ins Körschtal und nach Möhringen. Vor allem in den Hauptverkehrzeiten morgens und in der Zeit vor 16 Uhr bis weit nach 18 Uhr wird er zum Nadelöhr. Dann bricht der Verkehr komplett zusammen. Pendler, die von der B 27 kommen, lassen niemanden vom Schelmenwasen rein, und Autofahrer, die aus den Parkhäusern im Gewerbegebiet fahren, blockieren den Verkehrsfluss. Weil einige der Firmen auf dem Schelmenwasen von Kundschaft, die dort an- und abfährt leben, hatte Rolf Zinser von der Firma Vahle am Zettachring die ungünstige Verkehrssituation als „mitunter geschäftsschädigend“ bezeichnet.

Die grundsätzliche Lösung ist nicht in Sicht, lediglich Verbesserungen

Der Stadt ist die Situation natürlich bekannt, aber eine grundsätzliche Lösung des Problems ist nicht in Sicht. Ein 110 000 Euro teuerer Versuch im Jahre 2017, den Verkehr am Kreisel mit einer Ampel zu regeln, schlug fehl. Zwar brachte er eine geringe Entlastung des Schelmenwasenrings, weil sich aber der Stau zurück auf die Rampe von der B 27 verlagerte, war der Versuch ein Misserfolg. Im Anschluss daran forderten die Firmen im Gewerbegebiet eine zweite Zufahrt.

Bei der Stadt und den im Gewerbegebiet ansässigen Firmen denkt man unter anderem über die Sperrung des Kreisverkehrs nach. Autofahrer, die von der B 27 kommen, sollen nicht in den Kreisel fahren, um Richtung Körschtal und Möhringen zu gelangen, sondern erst eine Runde durchs Gewerbegebiet fahren. Damit, so die Hoffnung, soll der Verkehr von der Schelmenwasenstraße besser fließen.

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