Stuttgart Flüchtlingsstrom geht im April zurück

Von Carolin Klinger 

Rund 420 Flüchtlinge werden im April in die Landeshauptstadt Stuttgart kommen. Das sind weniger, als in den Monaten zuvor. Oberbürgermeister Fritz Kuhn geht jedoch nicht von einer Entspannung der Lage aus.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt Stuttgart wird im April voraussichtlich rund 420 Flüchtlinge aufnehmen. Das sind weniger Flüchtlinge als in den Vormonaten – und vorübergehend auch weniger als prognostiziert. Ob die Entwicklung von Dauer ist, wagt Oberbürgermeister Fritz Kuhn derzeit noch nicht zu sagen: "Das ist eine vorläufige Entlastung, es ist kein Signal für eine dauerhafte Entlastung." Niemand könne vorhersagen, wie viele Flüchtlinge noch nach Stuttgart kommen werden. "Wir können nicht nachlassen in unserem Bemühen, die Menschen angemessen unterzubringen", so Kuhn.

Die Lage in den Kommunen bleibt angespannt

Hintergrund ist, dass immer ­weniger Flüchtlinge derzeit über die Balkanroute nach Deutschland kommen. Bei den Stadt- und Landkreisen wird diese Entwicklung nun erstmals spürbar. Doch trotz der Meldungen, dass weniger Flüchtlinge nach Deutschland strömen, ist die Lage in den Kommunen nach wie vor mehr als angespannt. Denn die Unterkünfte sind voll, und jeder Asylsuchende, der hinzukommt, muss zusätzlich untergebracht werden.

Bis Ende des Jahres fehlen 900 Plätze

Die Verwaltung rechnet auch weiterhin mit durchschnittlich 600 Flüchtlingen, die monatlich neu unterzubringen sind. Laut einer Sprecherin werde man nach wie vor von Monat zu Monat planen müssen. Die Flüchtlinge, die in Stuttgart untergebracht werden, kommen nach wie vor vor allem aus Syrien. Im April und im Mai sieht sich die Stadt noch in der Lage, die Flüchtlinge mit Plätzen zu versorgen. Bis Ende des Jahres sollen insgesamt weitere 2000 Plätze geschaffen werden. Dennoch würden dann rein rechnerisch rund 900 Plätze fehlen, da beispielsweise Waldheime in den Sommerferien wieder für Kinderfreizeiten gebraucht werden.

In Stuttgart leben aktuell 8633 Flüchtlinge in 119 Unterkünften oder Wohnungen in 22 Stadtbezirken. Die Stadt hat in diesem Jahr bereits 2286 Flüchtlinge aufgenommen (Januar: 863, Februar: 802 und März: 621). Das sind insgesamt rund 300 Flüchtlinge mehr, als von der Stadt ursprünglich prognostiziert. Im November 2015 wurde mit 1116 Flüchtlingen der bisherige Spitzenwert erreicht.




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