Stuttgart-Freiberg: Spatenstich 128 Wohnungen werden gebaut

Architekt Peter Bauhofer, Vertreter Bauunternehmen Rommel, Hanns Hub (BGZ), Karin Autenrieth (Vorständin Bau- und Heimstättenverein Stuttgart eG), Ralf Bohlmann (Bezirksvorsteher Mühlhausen), BM Peter Pätzold, Bernd Heinl (BGZ) Foto: Petra Mostbacher-Dix
Architekt Peter Bauhofer, Vertreter Bauunternehmen Rommel, Hanns Hub (BGZ), Karin Autenrieth (Vorständin Bau- und Heimstättenverein Stuttgart eG), Ralf Bohlmann (Bezirksvorsteher Mühlhausen), BM Peter Pätzold, Bernd Heinl (BGZ) Foto: Petra Mostbacher-Dix

Der Spatenstich ist erfolgt: „Am Eschbach“ werden 128 Wohnungen, zwei Pflegewohngemeinschaften und eine dreigruppige Kita gebaut.

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Stuttgart - Der Countdown läuft. „Drei, zwei, eins, los!“ Schwungvoll werfen eine Frau und sechs Männer Erde in die Luft, die sie auf ihren Schaufeln aufgehäuft haben: Spatenstich in Stuttgart-Freiberg für das Projekt „Am Eschbach“. An den Schippen unter anderem: Karin Authenrieth, Vorständin des Bau- und Heimstättenvereins Stuttgart eG, Hanns Hub und Bernd Heinl, Vorstände der Baugenossenschaft Zuffenhausen eG (BGZ), Baubürgermeister Peter Pätzold, Mühlhausens Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann sowie Peter Bauhofer von der Stuttgarter EMT Architektenpartnerschaft Eckert Manthos Tagwerker Bauhofer.

Letztere entwarfen, was auf der Fläche zwischen Mönchfeldstraße und Adalbert-Stifter-Straße ab jetzt mit dem Bauunternehmen Gottlob Rommel entstehen soll: 128 Wohnungen, zwei Pflegewohngemeinschaft, die von der Else-Heydlauf-Stiftung betrieben werden, und eine Kindertagesstätte mit drei Gruppen.

Geplant sind 15 Sozialwohnungen

Die BGZ baut 66 Wohnungen und eine Pflegewohngemeinschaft mit einer Wohnfläche von insgesamt 4342 Quadratmetern. Die Bau- und Heimstättenverein Stuttgart eG erstellt 62 Wohnungen und eine Pflegewohngemeinschaft mit insgesamt 4583 Quadratmetern. Der Mietpreis der 15 Sozialmietwohnungen ist bei 7,50 Euro pro Quadratmeter angesetzt, zwölf Wohnungen für mittlere Einkommensbezieher liegen bei neun Euro.

Das Bauprojekt insgesamt kostet 50 Millionen Euro. „Kein Pappenstiel für Genossenschaften“, so BGZ-Vorstand Heinl, auf die Anfänge zurückblickend. Auf dem Neubaugrundstück, das beiden Genossenschaften gehört, stand ein zweigeschossiges Parkhaus. „Es war undicht, schon vor 25 Jahren diskutierten wir über die Sanierung, doch die erwies sich als zu teuer.“ Also warum nicht auf einer neuen unterirdischen Tiefgarage genossenschaftliches Wohnen umsetzen?

Weil das damalige Baurecht keine Wohnbebauung zuließ, musste der Bebauungsplan geändert werden. Nun griff für das Projekt das Stuttgarter Innenentwicklungsmodell SIM. Zu dessen drei Säulen gehört neben „Kostenbeteiligung und Refinanzierung“ und „Stadtqualitäten durch Mindeststandards“, dass 30 Prozent der neu geschaffenen Bruttogrundfläche dem geförderten Wohnungsbau gewidmet werden müssen.

Holz, Photovoltaik und begrünte Dächer

Es folgten Machbarkeitsstudien, Gutachten zu Artenschutz, Verschattung, Verkehr und mehr – Grundlage für den städtebaulichen Wettbewerb –, zudem ein Mobilitätskonzept. Ende 2016 stimmte der Gemeinderat dem Aufstellungsbeschluss für das B-Plan Verfahren „Mühl 87“ zu, wie es damals hieß. Am Wettbewerbsverfahren im Sommer 2017 nahmen acht Büros teil. Der Entwurf von EMT überzeugte: Drei Blocks jeweils mit Flugzeugflügel-Grundriss, sich um eine Freifläche gruppierend.

„Das erste Konzept von Innenhöfen passte nicht auf den Bauplatz, so kamen es zu dieser Form“, erläuterte Architekt Peter Bauhofer. Die Freifläche sorge für fließende Durchlässigkeit. „Vor allem ist sie Kommunikationsfläche, Ort für Austausch und Zusammentreffen.“ Die begrünten Dächer der Bauten mit dem energetischen Standard KfW 55 fungierten zu 70 Prozent als natürliche Regenretention. Zur Nachhaltigkeit trügen zudem Photovoltaik, Holzfassade an der Kita und Elektromobilität bei.

Das Mobilitätskonzept werde als erstes Förderprojekt seiner Art von der Landeshauptstadt Stuttgart unterstützt, betonte Autenrieth. Nach Fertigstellung soll der Stellplatzschlüssel bei 0,6 liegen, 250 neue Fahrradabstellplätze sind geplant, Lastenfahrradabstellplätze, drei Carsharingplätze und eine öffentliche Schnellladestation. Da in der Abriss- und Bauphase insgesamt 264 Bestandsparkplätze wegfallen, es keine Ausweichparkflächen gibt, versuchte man die Bewohner frühzeitig auf neue Mobilitätsarten einzustimmen und das eigene Verhalten zu überdenken. In Kooperation mit der SSB/VVS unterstützen die Genossenschaften die Bewohnern finanziell fünf Jahre, die ein VVS-Abonnement neu abschließen.

Der Baubürgermeister lobt

Das alles lobte Baubürgermeister Peter Pätzold. „Am Eschbach“ sei eines IBA-Projekts würdig, also der Internationalen Bauausstellung, die 2027 in Stuttgart zukunftsweisenden Städtebau präsentiert; 100 Jahre nachdem die europäische Architekten-Avantgarde in der Weissenhofsiedlung ihr radikales Wohnprogramm vorstellte. „Alles ist bedacht, Nachhaltigkeit, Umwelt, Mobilität, gute Umnutzung von Konversionsflächen, Nachverdichtung! Mehr geht nicht, ein absolutes Vorzeigeprojekt“, so Baubürgermeister Peter Pätzold.

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